Coils im Winter: Warum Kälte Probleme verursacht

Coils im Winter können schneller Probleme machen als bei normalen Raumtemperaturen. Allerdings zerstört Kälte einen Verdampferkopf nicht einfach von selbst. Entscheidend ist vor allem, dass sich die Eigenschaften des Liquids bei sinkender Temperatur verändern.

Wird E-Liquid kälter, kann es zähflüssiger werden. Dadurch gelangt das Liquid unter ungünstigen Bedingungen langsamer zur Watte beziehungsweise zum Docht der Coil. Wird anschließend schnell hintereinander oder mit hoher Leistung gedampft, kann die Heizfläche mehr Liquid verdampfen, als rechtzeitig nachfließt.

Die Folge können trockene Züge, verbrannter Geschmack und im schlimmsten Fall eine beschädigte Watte sein. Deshalb lohnt es sich besonders bei Coils im Winter, auf Liquidnachfluss und Temperatur zu achten.

Coils im Winter: Warum Kälte den Liquidfluss beeinflusst

E-Liquids bestehen hauptsächlich aus Propylenglykol (PG), pflanzlichem Glycerin (VG), Aromen und – je nach Produkt – Nikotin.

PG und VG unterscheiden sich deutlich in ihrer Viskosität. Besonders Glycerin ist vergleichsweise zähflüssig. Zudem verändert sich die Viskosität solcher Mischungen mit der Temperatur.

Eine wissenschaftliche Untersuchung zu PG-, Glycerin- und Wasser-Mischungen bestätigt, dass die Viskosität dieser für E-Vapor-Produkte typischen Flüssigkeiten sowohl von ihrer Zusammensetzung als auch von der Temperatur abhängt.

Für Coils im Winter bedeutet das praktisch: Stark heruntergekühltes Liquid kann langsamer durch kleine Liquidöffnungen und die Watte eines Verdampferkopfs transportiert werden.

Das kann besonders bei kompakten Pods und Coils mit kleinen Nachflussöffnungen relevant sein.

VG-reiche Liquids können bei Kälte empfindlicher reagieren

Nicht jedes Liquid verhält sich bei niedrigen Temperaturen gleich.

Liquids mit einem hohen VG-Anteil sind normalerweise dickflüssiger als Mischungen mit einem höheren PG-Anteil. Das bedeutet nicht automatisch, dass ein VG-reiches Liquid Coils im Winter beschädigt.

Es kann jedoch dazu führen, dass der Nachfluss in bestimmten Verdampfern langsamer wird.

Wie gut ein Liquid funktioniert, hängt unter anderem davon ab:

  • welche Coil verwendet wird,
  • wie groß die Liquidöffnungen sind,
  • welches PG-/VG-Verhältnis das Liquid besitzt,
  • mit welcher Leistung gedampft wird,
  • wie schnell mehrere Züge hintereinander erfolgen.

Deshalb gibt es keine feste Außentemperatur, ab der eine Coil plötzlich nicht mehr funktioniert.

Coils im Winter: Dry Hits sind das eigentliche Risiko

Problematisch wird vor allem die Kombination aus kaltem Liquid und hoher Verdampfungsleistung.

Die Watte innerhalb eines Verdampferkopfs muss ständig ausreichend mit Liquid versorgt sein. Beim Ziehen erhitzt die Coil das Liquid an der Heizfläche und erzeugt daraus Aerosol.

Fließt anschließend nicht genügend Liquid nach, kann die Watte stellenweise trocken werden.

Wird die Heizwendel beziehungsweise Mesh-Fläche trotzdem erneut aktiviert, kann ein sogenannter Dry Hit entstehen.

Typische Anzeichen sind:

  • plötzlich verbrannter Geschmack,
  • starkes Kratzen,
  • ungewöhnlich trockener Zug,
  • deutlich veränderter Geschmack,
  • nachlassende Dampfentwicklung.

Gerade bei Coils im Winter kann ein gestörter Liquidnachfluss einen Dry Hit begünstigen, wenn das Gerät stark ausgekühlt ist.

Ein einzelner kurzer trockener Zug bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Coil sofort unbrauchbar ist. Wird die Watte jedoch tatsächlich angesengt, kann der verbrannte Geschmack dauerhaft bleiben.

Mehr zu den allgemeinen Ursachen erklären wir in unserem Beitrag Liquid schmeckt verbrannt: Ursachen und Lösungen.

Warum Chain Vaping bei Kälte problematisch sein kann

Mehrere schnelle Züge hintereinander lassen der Watte weniger Zeit, neues Liquid aufzunehmen.

Bei normalem Nachfluss muss das noch kein Problem darstellen. Ist das Liquid durch niedrige Temperaturen jedoch deutlich zähflüssiger, kann die Kombination ungünstig werden.

Nach einem Zug muss neues Liquid aus dem Tank oder Pod zur Coil gelangen. Erfolgt der nächste Zug sehr schnell, bevor die Watte wieder vollständig benetzt ist, steigt das Risiko trockener Bereiche.

Bei Coils im Winter können deshalb kurze Pausen zwischen den Zügen sinnvoll sein, insbesondere wenn das Gerät längere Zeit draußen oder im kalten Auto lag.

Die Wattzahl bei kalten Coils nicht einfach erhöhen

Wenn eine Vape bei Kälte weniger kräftig wirkt, erscheint eine höhere Leistung zunächst als einfache Lösung.

Genau das kann bei schlechtem Liquidnachfluss jedoch kontraproduktiv sein.

Mehr Watt bedeutet normalerweise, dass die Coil mehr Energie erhält und entsprechend mehr Liquid verdampfen kann. Wenn nicht gleichzeitig genügend Liquid nachfließt, steigt die Belastung der Watte.

Deshalb sollte die Leistung innerhalb des vom Hersteller für die jeweilige Coil angegebenen Bereichs bleiben.

Bei Coils im Winter ist es sinnvoller, ein stark ausgekühltes Gerät zunächst wieder auf eine moderate Temperatur kommen zu lassen, statt die Wattzahl zu erhöhen.

Auch der Akku reagiert auf niedrige Temperaturen

Bei einer Vape verändert sich im Winter nicht nur das Liquid.

Auch Lithium-Ionen-Akkus reagieren auf niedrige Temperaturen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ihre verfügbare Leistung und Kapazität bei Kälte sinken können. Eine Übersicht zu den zugrunde liegenden Mechanismen bietet eine wissenschaftliche Analyse zum Verhalten von Lithium-Ionen-Akkus bei niedrigen Temperaturen.

Für Coils im Winter bedeutet das nicht automatisch zusätzlichen Verschleiß.

Es kann jedoch dazu führen, dass:

  • das Gerät schwächer wirkt,
  • die Spannung unter Last stärker einbricht,
  • die gewohnte Dampfleistung vorübergehend geringer erscheint.

Deshalb sollte eine ungewöhnlich schwache Vape nach längerer Kälteeinwirkung nicht sofort als defekt betrachtet werden.

Temperaturwechsel können Kondensat begünstigen

Ein weiterer Wintereffekt entsteht beim Wechsel zwischen kalter Außenluft und warmen Innenräumen.

Dabei kann sich Feuchtigkeit beziehungsweise Kondensat an bestimmten Bereichen des Geräts sammeln.

Bei Pod-Systemen lohnt sich deshalb gelegentlich ein Blick auf:

  • die Unterseite des Pods,
  • Kontakte zwischen Pod und Akku,
  • Luftkanäle,
  • das Mundstück.

Ein wenig Kondensat ist bei E-Zigaretten nicht ungewöhnlich. Größere Flüssigkeitsmengen sollten jedoch entfernt werden, bevor sie Kontakte oder Luftwege beeinträchtigen.

Dieser Effekt zerstört Coils im Winter nicht direkt, kann aber die Funktion des Geräts zusätzlich beeinträchtigen.

So schützt du Coils im Winter

Für Coils im Winter sind vor allem Maßnahmen sinnvoll, die den Liquidnachfluss stabil halten.

Lass eine stark ausgekühlte Vape zunächst wieder auf eine normale Umgebungstemperatur kommen, bevor du intensiv daran ziehst. Das Gerät sollte dafür nicht aktiv auf einer Heizung oder mit einer anderen starken Wärmequelle erhitzt werden.

Bewahre Vape und Liquid möglichst nicht über längere Zeit im kalten Auto oder draußen auf.

Nach längerer Kälteeinwirkung helfen außerdem ein paar Minuten Geduld. Dadurch kann sich das Liquid wieder leichter im Pod oder Tank verteilen.

Vermeide unmittelbar danach lange Züge oder schnelles Chain Vaping.

Bleibe bei einstellbaren Geräten außerdem innerhalb der vom Coil-Hersteller angegebenen Leistungswerte.

Wann sollte eine Coil im Winter gewechselt werden?

Nicht jedes Problem mit Coils im Winter bedeutet, dass sofort ein neuer Verdampferkopf notwendig ist.

Hat sich das Gerät wieder auf normale Temperatur erwärmt und funktioniert anschließend normal, war möglicherweise lediglich der Liquidnachfluss vorübergehend eingeschränkt.

Ein Wechsel ist vor allem dann sinnvoll, wenn der verbrannte Geschmack dauerhaft bleibt oder sich Geschmack und Dampfleistung auch nach dem Erwärmen des Geräts nicht normalisieren.

Weitere Faktoren, die die Nutzungsdauer eines Verdampferkopfs beeinflussen, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag zur Coil Lebensdauer.

Unterschiedliche Coil-Arten reagieren verschieden

Auch die Konstruktion einer Coil beeinflusst Geschmack, Aufheizverhalten und Liquidnachfluss.

Mesh-Coils, klassische Wicklungen und unterschiedliche Watte- beziehungsweise Dochtkonstruktionen können sich im Alltag verschieden verhalten.

Dadurch können sich auch Coils im Winter je nach Verdampfer und Bauweise unterschiedlich verhalten.

Wer sich speziell für die Unterschiede zwischen verschiedenen Varianten interessiert, findet weitere Informationen in unserem Coil Vergleich für E-Zigaretten.

Fazit: Coils im Winter richtig behandeln

Coils im Winter gehen nicht allein deshalb schneller kaputt, weil die Außentemperatur sinkt.

Das eigentliche Problem entsteht indirekt: Kühleres Liquid kann zähflüssiger werden und dadurch langsamer zur Watte beziehungsweise Heizfläche nachfließen. Kommen hohe Leistung oder viele schnelle Züge hinzu, steigt das Risiko für Dry Hits.

Auch der Akku kann bei niedrigen Temperaturen vorübergehend weniger Leistung liefern.

Wer Vape und Liquid nicht unnötig lange starker Kälte aussetzt, ein ausgekühltes Gerät zunächst temperieren lässt und der Watte ausreichend Zeit für den Liquidnachfluss gibt, kann viele typische Probleme mit Coils im Winter vermeiden.

Der wichtigste Punkt lautet deshalb: Nicht die Kälte selbst zerstört die Coil – problematisch wird vor allem ein gestörter Liquidnachfluss.

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