E-Liquid selber mischen: Deine Schritt-für-Schritt-Anleitung

E-Zigaretten sind längst mehr als ein Trend – vor allem für Raucher, die eine Alternative zur klassischen Zigarette suchen. Wer sich jedoch nicht auf Fertig-Liquids verlassen will, kann sein E-Liquid selber mischen. Das spart nicht nur Geld, sondern eröffnet auch viele individuelle Geschmacksoptionen. In diesem Guide zeigen wir dir alles, was du wissen musst.

Warum E-Liquid selber mischen?

Viele Dampfer möchten volle Kontrolle über Nikotingehalt, Geschmack und Inhaltsstoffe. Fertige Liquids enthalten oft Zusätze, die du vielleicht nicht willst. Außerdem ist Selbstmischen auf Dauer deutlich günstiger – vor allem, wenn du viel dampfst.

Die Grundzutaten: Das steckt wirklich im Liquid

Ein klassisches E-Liquid besteht aus vier Hauptbestandteilen. Jeder davon hat eine eigene Funktion – und die Mischung entscheidet am Ende über Geschmack, Dampf und Gefühl im Hals:

1. Propylenglykol (PG)

  • Trägerstoff für Aromen
  • Sorgt für intensiven Geschmack und leichten „Throat Hit“
  • Dünnflüssig → gut für MTL (Mund-zu-Lunge) Geräte

2. Vegetarisches Glycerin (VG)

  • Verantwortlich für große Dampfwolken
  • Dicker & süßer als PG
  • Ideal für DL (Direktlunge) Geräte mit viel Power

3. Aroma (Konzentrate)

  • Lebensmitteltaugliche Aromen, speziell für E-Zigaretten
  • Keine normalen Back- oder Parfumaromen verwenden!
  • Dosierung: Meist zwischen 5–15 %, je nach Hersteller & Geschmack

4. Nikotinshots (optional)

  • Vordosierte Nikotinlösung (z. B. 20 mg/ml in PG oder VG)
  • Achtung: Immer nur verdünnte Shots verwenden!
  • Reines Nikotin = hochgiftig ☠️

Das brauchst du zum Mischen

Must-Haves:

  • Leerflaschen (50–100 ml, am besten mit Tropfspitze)
  • Spritzen oder Pipetten zum exakten Dosieren
  • Handschuhe beim Umgang mit Nikotin
  • Etiketten für Inhalt & Mischdatum (du wirst dich später bedanken!)

Optional, aber praktisch: Trichter, Küchenwaage, Schutzhülle für dein Setup.

So findest du dein perfektes Mischverhältnis

Je nachdem, wie viel Nikotin du willst und ob du lieber Geschmack oder Dampf priorisierst, kannst du dein Liquid individuell anpassen.

Hier ein paar Beispiel-Rezepte für 100 ml Liquid:

ZielBeispiel-MixErgebnis
2 mg/ml10 ml Nikotinshot (20 mg/ml) + 10 ml Aroma + 24 ml PG + 56 ml VG70VG/30PG, mild mit guter Dampfentwicklung
3 mg/ml15 ml Nikotinshot + 10 ml Aroma + 15 ml PG + 60 ml VG80VG/20PG, ideal für Cloud Chaser
0 mg/ml10 ml Aroma + 90 ml BaseNikotinfrei, PG/VG frei wählbar

👉 Tipp für Anfänger: Starte mit ca. 5–10 % Aromaanteil, dann langsam rantasten.

Reifung: Warum Geduld belohnt wird

Viele Aromen brauchen Zeit, um sich voll zu entfalten. Manche Fruchtaromen schmecken sofort super – andere (z. B. Dessert, Tabak, Kaffee) sollten 2–14 Tage reifen, am besten:

  • Dunkel und kühl lagern
  • Täglich einmal gut durchschütteln
  • Nicht zu heiß! Keine Fensterbank in der Sonne

Fehler beim E-Liquid selber mischen vermeiden

Kratziger Geschmack?
→ Reduziere den PG-Anteil oder den Nikotingehalt.

Kaum Geschmack?
→ Aromaanteil langsam um 2 % steigern – aber max. 20 %!

Trübes Liquid?
→ Verwende nur klare Aromen, und schüttle Base & Shots gut vor dem Mischen.

Kokelgeschmack?
→ Zu wenig Reifezeit oder ungeeignete Base für dein Gerät.

Sicherheit beim E-Liquid selber mischen

  • Nikotin ist kein Spielzeug → Immer mit Handschuhen arbeiten
  • Zubehör kindersicher aufbewahren
  • Nur zertifizierte Vape-Aromen verwenden
  • Bei Unsicherheit: Lieber nochmal nachlesen oder im Fachhandel fragen

E-Liquid selber mischen lohnt sich

Selber mischen ist nicht nur günstiger, sondern auch kreativer. Du kannst dein perfektes Liquid genau so bauen, wie du es willst – ob süß, herb, fruchtig oder ganz ohne Nikotin.

Wichtig ist nur: Sauber arbeiten, keine Experimente mit zweifelhaften Zutaten, und sich langsam an die richtige Mischung herantasten.

Bildquelle: envato.com