Abmahnung Vape Shop: Die teure Emoji-Falle für Online-Händler
Jan. 19, 2026Fake Vape: Wenn die Illusion gefährlich wird
Wer steckt hinter den billig wirkenden Geräten, die aktuell auf dem Markt kursieren? Wer nutzt sie, und wie können Sie als Dampfer feststellen, ob Sie eine Fälschung in der Hand halten? Unsere Redaktion hat in den letzten Tagen neue Entwicklungen beim Thema Fake Vape recherchiert, Zahlen zusammengetragen und Stimmen aus Behörden und Industrie eingeholt.
Inhaltsverzeichnis
Neue Entwicklungen und Zahlen zur Fake Vape Problematik
In Deutschland ist der Handel mit nicht zugelassenen, gefälschten oder unversteuerten Einweg-E-Zigaretten weiter auf dem Vormarsch. Laut dem Schwarzmarkt-Tracker von Reemtsma wurden allein von Januar bis Mai 2025 mindestens 2,15 Millionen illegale E-Zigaretten sichergestellt. Der geschätzte Steuerschaden liegt bei über 14 Millionen Euro.
Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) berichtet, dass sich aus Kontrollen in Nordrhein-Westfalen und anderen Regionen ergibt, dass illegale Vapes zunehmend den Markt überfluten. Dabei verstoßen viele Produkte gegen Jugendschutz, Steuer- und Kennzeichnungspflichten.
In Hamburg wurden Anfang April 2025 rund 2,8 Millionen Milliliter Liquid in unversteuerten Einweg-Vapes beschlagnahmt. Das zulässige Tankvolumen von zwei Millilitern war dabei mehrfach überschritten.
Diese Entwicklungen zeigen deutlich, dass Fake Vapes längst kein Randphänomen mehr sind, sondern einen wachsenden Anteil des Marktes ausmachen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher entsteht dadurch ein ernstes Risiko.
So erkennen Sie eine Fake Vape
Wenn Sie als Dampfer Zweifel an der Echtheit Ihres Geräts haben, sollten Sie auf mehrere Punkte achten.
Verarbeitung und Verpackung: Achten Sie auf billiges Material, unsaubere Logos und Tippfehler auf der Verpackung. Solche Merkmale deuten meist auf eine Fälschung hin.
Kennzeichnung: In Deutschland dürfen vorbefüllte Vapes maximal zwei Milliliter Liquid enthalten. Bei vielen gefälschten Geräten sind die Tanks deutlich größer. Fehlt die Steuerbanderole, sind Warnhinweise nicht auf Deutsch oder gar nicht vorhanden, ist das ein klares Warnsignal.
Echtheitscodes: Seriöse Marken versehen ihre Verpackung mit QR-Codes oder Scratch-Codes, über die Sie die Echtheit prüfen können. Wird beim Scannen ein ungültiger Code angezeigt oder taucht die Meldung „bereits überprüft“ bei einer neuen Packung auf, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Fälschung.
Technische Angaben und Nutzung: Wenn Hersteller mehr Züge angeben als gesetzlich erlaubt, also über 600 bis 800 pro Gerät, oder wenn sich das Gerät ungewöhnlich heiß anfühlt oder Flüssigkeit austritt, sollten Sie misstrauisch werden.
Bezugsquelle und Preis: Extrem günstige Angebote auf Social Media, in Online-Marktplätzen oder bei unbekannten Händlern bergen ein hohes Risiko. Kaufen Sie am besten im Fachhandel oder direkt beim Markenhersteller.
Stimmen aus der Branche
„Wenn Kontrolleinheiten mehrfach täglich denselben Kiosk aufsuchen und jedes Mal illegale Ware finden, ist klar: Die Kriminellen tanzen dem Staat auf der Nase herum“, sagt Jan Mücke, Hauptgeschäftsführer des BVTE.
„Das Gesundheitsrisiko durch die Verwendung dieser unzulässigen E-Zigaretten ist hoch und konnte durch den Ermittlungserfolg der Kolleginnen und Kollegen eingedämmt werden“, erklärt Ulrich Willamowski, stellvertretender Leiter des Zollfahndungsamtes Hamburg.
„Der illegale Handel mit Zigaretten und E-Zigaretten ist ein hochlukratives Geschäft. Die aktuellen Zahlen zeigen vermutlich nur die Spitze des Eisbergs“, warnt Christian Cordes, Director Corporate & Legal Affairs bei Reemtsma.
Diese Stimmen verdeutlichen, dass hinter Fake Vapes ein internationales Netzwerk steht, das von hohen Margen profitiert und dabei erhebliche Risiken für Konsumenten in Kauf nimmt.
Warum Fake Vapes zum wachsenden Risiko werden
Der Markt für Einweg-Vapes ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Gründe sind einfache Handhabung, modisches Design und die massive Präsenz in sozialen Medien.
Regulatorisch gelten in Deutschland klare Vorgaben: Vorbefüllte Geräte dürfen maximal zwei Milliliter Liquid enthalten, die Nikotinstärke ist auf 20 Milligramm pro Milliliter begrenzt, und seit Juli 2022 unterliegen E-Zigaretten der Tabaksteuer.
Doch genau diese Vorschriften nutzen Fälscher aus. Viele importierte Geräte sind falsch deklariert, enthalten unzulässige Stoffe oder weichen in der Nikotinkonzentration erheblich ab. Hinzu kommt der Verlust staatlicher Steuereinnahmen in Millionenhöhe.
Für Konsumentinnen und Konsumenten ist das Risiko hoch. Unbekannte Inhaltsstoffe, Überdosierungen und fehlende Sicherheitsprüfungen können zu gesundheitlichen Schäden führen. In Nordrhein-Westfalen und Bayern wurden zuletzt ganze Lagerhallen mit Hunderttausenden illegalen Geräten entdeckt – ein Hinweis darauf, wie professionell der Schwarzmarkt inzwischen organisiert ist.
Wie geht es weiter?
Der BVTE fordert ein bundesweites Meldeportal, über das Bürgerinnen und Bürger verdächtige Produkte anonym melden können. Der Zoll kündigt an, die Kontrollen im Einzelhandel und an Importpunkten zu intensivieren.
Auf europäischer Ebene wird zudem über eine Verschärfung der Tabakprodukt-Richtlinie beraten, die bis 2026 ein mögliches Verbot von Einweg-Vapes oder strengere Kennzeichnungspflichten vorsehen könnte.
Hersteller und Händler setzen zunehmend auf digitale Echtheitsprüfungen, um Konsumenten die Kontrolle zu erleichtern. Auch Fachgeschäfte planen verstärkte Aufklärungskampagnen unter dem Motto „Erkenne eine Fake Vape“.
Fazit
Fake Vapes sind längst ein massives Problem für Markt, Staat und Gesundheit. Wer sicher gehen will, sollte Verpackung, Kennzeichnung und Händler genau prüfen und beim kleinsten Zweifel lieber auf den Kauf verzichten.
Kaufen Sie ausschließlich bei vertrauenswürdigen Shops oder direkt beim Hersteller. Scannen Sie Echtheitscodes und achten Sie auf legale Warnhinweise. So schützen Sie nicht nur Ihre Gesundheit, sondern auch Ihr Geld und unterstützen den fairen Markt.
Bildquelle: envato.com

