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Jan. 19, 2026Illegale Vapes: Zoll entdeckt Steuerbetrug in Offenbach
Illegale Vapes sorgen erneut für Schlagzeilen. Im Kreis Offenbach hat der Zoll einen Fachmarkt aufgedeckt, der über 30.000 Euro Tabaksteuer hinterzogen haben soll. Bei einer Kontrolle entdeckten die Beamten große Mengen unversteuerter Flüssigkeiten, die zur Herstellung von E-Zigaretten bestimmt waren. Der Fall zeigt, wie Händler versuchen, Steuergesetze zu umgehen und illegale Vapes gewinnbringend zu verkaufen.
Inhaltsverzeichnis
Illegale Vapes im Kreis Offenbach: Zoll entdeckt Steuerbetrug
Bei einer Kontrolle im Kreis Offenbach stellte das Hauptzollamt Darmstadt bereits am 1. Oktober 2025 rund 117 Liter unversteuerte Substitute für Tabakwaren sicher. Diese Flüssigkeiten waren laut Zoll für die Herstellung von E-Zigaretten-Liquids gedacht und sollten an Privatkunden verkauft werden.
Der 58-jährige Inhaber eines Fachmarkts hatte die Produkte offen im Laden ausgestellt. Die Flüssigkeiten befanden sich in fünf großen Kanistern und zwei Flaschen und sollten in kleinere Mengen abgefüllt werden. Damit war für die Kontrolleinheit Verkehrswege eindeutig, dass es sich um Inhaltsstoffe für illegale Vapes handelte.
„Einfach dreist!“ sagt der Zoll über illegale Vapes
„Eine so schamlos zur Schau gestellte Steuerhinterziehung macht selbst den Zoll fassungslos“,
erklärte Angelika Hipp-Clemens, Pressesprecherin des Hauptzollamts Darmstadt.
„Einfach dreist!“, ergänzte sie.
Die Kontrolle führte die Kontrolleinheit Verkehrswege (KEV) des Hauptzollamts Darmstadt durch. Vorausgegangen waren gezielte Recherchen in dem Fachmarkt, nachdem Hinweise aus dem Umfeld auf verdächtige Verkaufsaktivitäten rund um illegale Vapes eingegangen waren.
Vor Ort fanden die Ermittler neben regulär versteuerten E-Zigaretten auch unversteuerte Grundsubstanzen, die eindeutig zur Herstellung von Tabaksubstituten bestimmt waren.
Illegale Vapes und Steuerbetrug: Wie Händler Gesetze umgehen
Tabaksubstitute und Flüssigkeiten, die zur Herstellung von E-Zigaretten-Liquids verwendet werden, gelten in Deutschland als steuerpflichtige Tabakwaren, sobald sie zum Verdampfen oder Rauchen bestimmt sind.
Im Fall aus dem Kreis Offenbach wurde diese Regelung gezielt missachtet. Händler deklarieren solche Produkte häufig als „chemische Basen“ oder „aromatische Flüssigkeiten“, obwohl sie in Wahrheit für illegale Vapes bestimmt sind. So umgehen sie die Tabaksteuer, die seit 2022 deutlich angehoben wurde.
Die sichergestellte Menge hätte laut Zoll zu einem Tabaksteueraufkommen von über 30.000 Euro geführt. Deshalb wurde noch vor Ort ein Steuerstrafverfahren eingeleitet und die Ware beschlagnahmt.
Ermittler berichteten, dass die Flüssigkeiten mit Hinweisen wie „ideal für E-Zigaretten“ oder „zum Mischen mit Nikotin“ ausgezeichnet waren. Damit war der steuerrechtliche Tatbestand erfüllt.
Zunehmende Fälle von illegalen Vapes in Deutschland
Der Zoll beobachtet seit Monaten eine deutliche Zunahme von Steuerbetrug im Bereich E-Zigaretten und illegaler Vapes. Immer häufiger werden Produkte über Fachmärkte, Online-Shops oder Zwischenhändler verkauft, ohne dass die fällige Steuer abgeführt wird.
Zollfahnder berichten, dass viele Händler gezielt versuchen, Gesetzeslücken zu nutzen. Besonders beliebt ist der Verkauf von sogenannten Substituten, die laut Etikett nicht für den Konsum bestimmt sind, tatsächlich aber zur Herstellung illegaler Vapes dienen.
In mehreren Bundesländern wurden zuletzt größere Mengen unversteuerter Liquids und E-Zigaretten entdeckt. Nach Schätzungen von Branchenexperten liegt der jährliche Schaden durch Steuerhinterziehung im Bereich der illegalen Vapes bereits im zweistelligen Millionenbereich.
Ermittlungen gegen Fachmarkt wegen illegaler Vapes
Das Hauptzollamt Darmstadt leitete ein Steuerstrafverfahren gegen den 58-jährigen Inhaber des Fachmarkts ein. Die sichergestellten 117 Liter Substitute wurden als Beweismittel beschlagnahmt. Zusätzlich stellte der Zoll einen Tabaksteuerbescheid über 30.310,80 Euro aus.
Die weiteren Ermittlungen führt die Straf- und Bußgeldstelle des Hauptzollamts Darmstadt. Sie prüft, ob der Händler die illegalen Vapes oder deren Bestandteile auch an Online-Kunden oder gewerbliche Abnehmer weitergegeben hat. In diesem Fall könnten weitere Verfahren folgen.
Nach Angaben von Sprecherin Hipp-Clemens wird untersucht, ob der Fachmarkt bereits früher ähnliche Geschäfte getätigt hat oder Teil eines größeren Netzwerks für illegale Vapes ist.
Zoll kündigt verstärkte Kontrollen gegen illegale Vapes an
Das Hauptzollamt Darmstadt plant, die Kontrollen im gesamten Rhein-Main-Gebiet auszuweiten. Besonders Fachmärkte und Großhändler in Offenbach, Frankfurt und Hanau sollen künftig häufiger überprüft werden.
Verbraucher sollen besser informiert werden, dass auch Liquids, Basen und Aromastoffe steuerpflichtig sind, wenn sie zur Herstellung von E-Zigaretten oder illegalen Vapes verwendet werden. Der Zoll appelliert an Kunden, beim Kauf auf eine gültige Steuerkennzeichnung zu achten.
„Jeder, der solche Produkte anbietet oder verkauft, sollte wissen, dass wir genau hinschauen“,
sagte Hipp-Clemens.
„Tabaksteuer ist kein Kavaliersdelikt.“
Illegale Vapes bleiben ein wachsendes Risiko
Der Fall im Kreis Offenbach zeigt deutlich, dass Steuerhinterziehung im Bereich der E-Zigaretten ein wachsendes Problem ist. Über 30.000 Euro Tabaksteuer wurden mutmaßlich hinterzogen, indem ein Fachmarkt unversteuerte Flüssigkeiten als scheinbar harmlose Basen verkaufte.
Für den 58-jährigen Ladeninhaber hat der Vorfall weitreichende Konsequenzen. Neben der Steuernachzahlung drohen ihm Geldstrafen und gegebenenfalls eine Haftstrafe.
Der Zoll bleibt entschlossen, gegen illegale Vapes vorzugehen. Die Kontrolleinheit Verkehrswege in Darmstadt plant weitere Stichproben in Fachgeschäften, Onlinehandel und Großmärkten, um den Schwarzmarkt konsequent zu bekämpfen.
Tipp der Redaktion: Beim Kauf von Liquids oder Basen für E-Zigaretten sollte immer auf legale Steuerkennzeichnung und eine klare Produktdeklaration geachtet werden. Wer auf billige Angebote ohne Herkunftsnachweis hereinfällt, riskiert rechtliche Konsequenzen und unterstützt illegale Vapes.
Bildquelle: envato.com

