Illegale Vapes Heusenstamm: Hunderttausende Geräte sichergestellt
Aug. 12, 2026Illegale Zigarettenfabrik Staudt: Fast 20 Millionen Zigaretten sichergestellt
Illegale Zigarettenfabrik Staudt: Bei einem groß angelegten Einsatz haben Zollfahnder eine illegal betriebene Zigarettenproduktion in Staudt bei Wirges in Rheinland-Pfalz ausgehoben. Bei insgesamt 13 Durchsuchungen zwischen dem 20. und 22. Mai 2026 stellten die Ermittler fast 20 Millionen unversteuerte Zigaretten, rund 16,2 Tonnen Tabak, große Mengen Produktionsmaterial sowie etwa 75.000 Euro Bargeld sicher.
Vier Männer im Alter zwischen 25 und 54 Jahren wurden festgenommen. Nach Angaben des Zollfahndungsamts Hannover besitzen sie die rumänische beziehungsweise moldawische Staatsangehörigkeit. Das Amtsgericht Bielefeld ordnete gegen alle vier Untersuchungshaft an.
Der bislang errechnete Steuerschaden liegt bei insgesamt rund 5,4 Millionen Euro. Die Ermittlungen reichen allerdings deutlich weiter: Der Zoll geht inzwischen davon aus, dass die Beschuldigten bis zu ihrer Festnahme bundesweit möglicherweise mehr als 80 Millionen Zigaretten umgeschlagen haben.
Wie das Zollfahndungsamt Hannover in seiner offiziellen Mitteilung berichtet, dauern die Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld weiter an.
Inhaltsverzeichnis
Illegale Zigarettenfabrik Staudt: Drei Tage lang Durchsuchungen
Der groß angelegte Zugriff erstreckte sich über den 20., 21. und 22. Mai 2026.
Insgesamt vollstreckten die Ermittlungsbehörden 13 Durchsuchungsbeschlüsse in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Dabei wurden sowohl Lagerhallen als auch Wohnungen durchsucht.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand ein ehemaliges Fabrikgelände in Staudt in der Verbandsgemeinde Wirges.
Das Gelände war bereits zuvor im Zuge verdeckter Ermittlungen in den Fokus des Zollfahndungsamts Hannover am Dienstsitz Bielefeld geraten.
Dort fanden die Einsatzkräfte schließlich eine umfangreich ausgebaute Anlage zur illegalen Zigarettenproduktion.
Produktionsanlage auf ehemaligem Fabrikgelände entdeckt
Die Illegale Zigarettenfabrik Staudt war nach Angaben der Ermittler aufwendig eingerichtet worden.
Die für die Produktion genutzte Immobilie war von den Verantwortlichen entsprechend umgebaut worden. Um die Aktivitäten gegenüber Nachbarn und Behörden möglichst unauffällig zu halten, verfügte die Anlage unter anderem über eine:
- professionelle Geräuschdämmung
- Videoüberwachungsanlage
- industrielle Produktions- und Verpackungstechnik.
Die Geräuschdämmung sollte nach Einschätzung des Zolls dazu beitragen, Produktionsgeräusche möglichst wenig nach außen dringen zu lassen.
Damit war die Anlage auf einen umfangreichen und möglichst abgeschirmten Produktionsbetrieb ausgerichtet.
16,2 Tonnen Tabak in Staudt beschlagnahmt
Direkt in der Produktionshalle fanden die Ermittler rund:
16,2 Tonnen Tabak.
Nach Angaben des Zolls handelte es sich um Tabak, der mutmaßlich für die Herstellung weiterer Zigaretten vorgesehen war.
Neben dem Tabak stellten die Fahnder außerdem große Mengen an Vormaterialien sicher.
Dazu gehörten:
- Filter
- Papierhülsen
- bedruckte Kartonzuschnitte für Zigarettenschachteln
- Folien
- weitere Materialien für Produktion und Verpackung.
Zusätzlich befanden sich Produktions- und Verpackungsmaschinen sowie eine kleinere Menge bereits fertig produzierter Zigaretten in der Halle.
Illegale Zigarettenfabrik Staudt war Teil eines größeren Verfahrens
Der Großteil der fast 20 Millionen sichergestellten Zigaretten lag allerdings nicht direkt in Staudt.
Die Ermittlungsmaßnahmen führten zu mehreren großen Lagerfunden.
In einer Lagerhalle in Ahlen in Nordrhein-Westfalen entdeckten die Fahnder rund:
10 Millionen unversteuerte Zigaretten.
Weitere etwa:
9 Millionen Zigaretten
wurden auf einem landwirtschaftlichen Anwesen bei Rüsselsheim in Hessen gefunden.
Zusammen mit kleineren Mengen an weiteren Orten ergibt sich die von den Behörden veröffentlichte Größenordnung von fast 20 Millionen unversteuerten Zigaretten.
Fast 20 Millionen unversteuerte Zigaretten sichergestellt
Damit gehörte die Maßnahme zu den größeren bekannten Sicherstellungen illegal hergestellter beziehungsweise gehandelter Zigaretten im Jahr 2026.
Die bestätigte Größenordnung lautet:
- rund 10 Millionen Zigaretten in Ahlen
- rund 9 Millionen Zigaretten bei Rüsselsheim
- kleinere Mengen an weiteren Einsatzorten
- insgesamt fast 20 Millionen unversteuerte Zigaretten.
Der Zoll bezeichnet die sichergestellten Zigaretten als mutmaßlich gefälscht.
Diese Einschränkung sollte beibehalten werden, da es sich um den veröffentlichten Ermittlungsstand und nicht um eine abschließende gerichtliche Feststellung handelt.
5,4 Millionen Euro Steuerschaden
Die finanzielle Dimension des Falls ist erheblich.
Für die sichergestellten mutmaßlich gefälschten Zigaretten berechneten die Ermittlungsbehörden einen Steuerschaden von rund:
3,9 Millionen Euro.
Für die rund 16,2 Tonnen sichergestellten Tabakfeinschnitt kamen weitere:
1,5 Millionen Euro
hinzu.
Damit beläuft sich der bislang veröffentlichte Steuerschaden auf insgesamt:
rund 5,4 Millionen Euro.
Diese Summe beschreibt den steuerlichen Schaden und nicht den Verkaufs- oder Schwarzmarktwert der Ware.
Steuerschaden und Warenwert nicht verwechseln
Für den Fall Illegale Zigarettenfabrik Staudt veröffentlicht der Zoll keinen konkreten Gesamtverkaufswert der fast 20 Millionen Zigaretten.
Deshalb sollte der Steuerschaden von 5,4 Millionen Euro nicht als Warenwert bezeichnet werden.
Ebenso wäre eine eigene Berechnung eines möglichen Schwarzmarktumsatzes spekulativ.
Die belastbare wirtschaftliche Angabe lautet:
3,9 Millionen Euro Steuerschaden bei den Zigaretten plus rund 1,5 Millionen Euro beim Tabak.
Vier Tatverdächtige festgenommen
Bei der konzertierten Aktion nahm der Zoll insgesamt vier Männer fest.
Die Beschuldigten sind zwischen 25 und 54 Jahre alt und besitzen nach Angaben der Ermittlungsbehörden die rumänische beziehungsweise moldawische Staatsangehörigkeit.
Die Festnahmen erfolgten am 20. Mai 2026 in:
- Ahlen
- Offenbach
- Maintal
- Salzkotten.
Teilweise kamen dabei Spezialeinheiten des Zolls zum Einsatz.
Die Staatsanwaltschaft Bielefeld wirft den Männern vor, für die Herstellung und den Verkauf der unversteuerten Zigaretten verantwortlich gewesen zu sein.
Illegale Zigarettenfabrik Staudt: Vier Männer in Untersuchungshaft
Nach den Festnahmen ordnete das Amtsgericht Bielefeld gegen alle vier Beschuldigten Untersuchungshaft an.
Dabei ist die rechtliche Einordnung wichtig.
Untersuchungshaft ist keine rechtskräftige Verurteilung.
Die gegen die Männer erhobenen Vorwürfe müssen im weiteren Strafverfahren geprüft werden.
Deshalb sollte nicht behauptet werden, dass bereits endgültig feststeht, welche konkrete Rolle jeder einzelne Beschuldigte innerhalb der mutmaßlichen Struktur hatte.
Rund 75.000 Euro Bargeld gefunden
Bei den Durchsuchungen stellten die Zollfahnder außerdem rund:
75.000 Euro Bargeld
sicher.
Zusätzlich fanden die Ermittler:
- zahlreiche Smartphones
- weitere elektronische Beweismittel.
Darüber hinaus konnte im Rahmen der Vermögensermittlungen eine Immobilie gesichert werden.
Auch hier sollte zwischen Sicherstellung und endgültiger Einziehung unterschieden werden.
Die Behördenmeldung sagt zunächst, dass Bargeld, Beweismittel und eine Immobilie im Rahmen des Ermittlungsverfahrens gesichert wurden.
Bargeld ist kein bestätigter Schmuggelgewinn
Die rund 75.000 Euro sollten nicht automatisch als nachgewiesener Gewinn aus dem illegalen Zigarettenhandel bezeichnet werden.
Zwar wurden sie im Zuge der Ermittlungsmaßnahmen gefunden und sichergestellt.
Die Behördenmeldung veröffentlicht jedoch keine abschließende Feststellung darüber, aus welchen konkreten Geschäften jeder Teil des Bargelds stammt.
Die sichere Formulierung lautet daher:
Die Zollfahnder stellten rund 75.000 Euro Bargeld sicher.
Ermittlungen laufen bereits länger
Dem Einsatz gingen umfangreiche Ermittlungen des Zollfahndungsamts Hannover am Dienstsitz Bielefeld voraus.
Ursprünglich richteten sich die Ermittlungen gegen mehrere Personen aus dem Raum Frankfurt am Main wegen des Verdachts des illegalen Handels mit unversteuerten Zigaretten.
Im Verlauf des Verfahrens zeigte sich nach Einschätzung der Ermittler ein deutlich größerer Tatumfang.
Daraufhin wurden die Ermittlungen intensiviert.
Schließlich gelangten die Fahnder bis zu der mutmaßlichen Produktionsstätte in Staudt.
Mehr als 80 Millionen Zigaretten möglicherweise umgeschlagen
Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass die Beschuldigten bis zu ihrer Festnahme bundesweit möglicherweise:
mehr als 80 Millionen Zigaretten
umgeschlagen haben.
Diese Zahl ist allerdings nicht mit der tatsächlich bei der Aktion sichergestellten Menge zu verwechseln.
Sichergestellt: fast 20 Millionen Zigaretten.
Vom Zoll vermuteter bisheriger Gesamtumschlag: mehr als 80 Millionen Zigaretten.
Nach Einschätzung der Ermittler soll zumindest ein Teil dieser Zigaretten mutmaßlich aus der nun entdeckten Produktionsanlage in Staudt stammen.
80 Millionen sind Ermittlungsstand, keine endgültige Feststellung
Die Formulierung des Zolls sollte exakt berücksichtigt werden.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Beschuldigten mehr als 80 Millionen Zigaretten umgeschlagen haben.
Damit handelt es sich um eine Ermittlungshypothese beziehungsweise den derzeitigen Ermittlungsstand.
Es wäre deshalb zu stark zu schreiben:
„Die Gruppe hat nachweislich mehr als 80 Millionen Zigaretten verkauft.“
Sauberer ist:
„Die Zollfahnder gehen nach dem bisherigen Ermittlungsstand von mehr als 80 Millionen umgeschlagenen Zigaretten aus.“
Unterkunft für mindestens elf Arbeiter
Ein besonders sensibler Bestandteil des Falls betrifft die Menschen, die mutmaßlich in der Produktionsstätte arbeiteten.
Nach bisherigen Erkenntnissen waren mindestens elf Arbeiter über einen längeren Zeitraum in den Räumlichkeiten untergebracht.
Der Zoll bezeichnet die Lebensbedingungen ausdrücklich als fragwürdig.
Die Situation ging nach den veröffentlichten Erkenntnissen jedoch noch weiter.
Illegale Zigarettenfabrik Staudt: Arbeiter offenbar eingeschlossen
Nach dem bisherigen Ermittlungsstand waren die mindestens elf Arbeiter laut Zoll über einen längeren Zeitraum in den Räumlichkeiten eingeschlossen.
Der mutmaßliche Grund dafür:
Sie sollten in der Umgebung und Nachbarschaft der Produktionsanlage keine Aufmerksamkeit erregen.
Diese Aussage stammt direkt aus der Veröffentlichung des Zollfahndungsamts und kann deshalb dargestellt werden.
Trotzdem sollte auch hier der Ermittlungscharakter erhalten bleiben.
Die Behörden sprechen ausdrücklich von den bisherigen Erkenntnissen.
Keine voreilige Verurteilung wegen Menschenhandels
Die beschriebenen Bedingungen sind schwerwiegend.
Die veröffentlichte Zollmeldung nennt jedoch keine bereits rechtskräftige Verurteilung wegen:
- Menschenhandels
- Zwangsarbeit
- Freiheitsberaubung
- Ausbeutung.
Deshalb sollten solche Straftatbestände nicht eigenständig als bereits bewiesen dargestellt werden.
Die belastbare Aussage lautet:
Nach bisherigen Ermittlungen waren mindestens elf Arbeiter über einen längeren Zeitraum unter fragwürdigen Bedingungen in der Anlage eingeschlossen, offenbar damit sie außerhalb des Geländes keine Aufmerksamkeit erregten.
Professionelle Geräuschdämmung sollte Produktion abschirmen
Auch die Produktionsstätte selbst war auf Abschirmung ausgerichtet.
Der Zoll stellte eine professionelle Geräuschdämmung fest.
Nach Einschätzung der Ermittlungsbehörden sollte damit das Geschehen im Inneren nach außen möglichst unbemerkt bleiben.
Zusätzlich verfügte das Fabrikgelände über eine Videoüberwachungsanlage.
Damit waren sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen vorhanden, die den Produktionsbetrieb gegenüber der Umgebung abschirmen konnten.
Zoll spricht ausdrücklich von organisierter krimineller Struktur
Bei diesem Fall ist eine Einordnung als organisierte Struktur tatsächlich durch die Behörden gedeckt.
Der Leiter des Zollkriminalamts erklärte, der immense logistische Aufwand und das professionelle Vorgehen würden auf eine organisierte kriminelle Struktur hinweisen. Nach Darstellung des Zolls konnte diese Struktur durch die Einsatzmaßnahmen zerschlagen werden.
Diese Aussage unterscheidet den Fall von vielen kleineren Sicherstellungen, bei denen eine organisierte Struktur lediglich vermutet werden könnte.
Trotzdem sollte die Formulierung als Einordnung des Zollkriminalamts erkennbar bleiben.
Gesamte Lieferkette im Fokus der Ermittler
Nach Einschätzung des Zollkriminalamts gelang es den Ermittlern, eine Lieferkette vom illegalen Kleinhandel bis zur industriellen Produktion aufzudecken.
Damit beschränkte sich das Verfahren nicht allein auf eine Produktionshalle.
Vielmehr führten die Ermittlungen über verschiedene Handels- und Lagerstrukturen schließlich zur mutmaßlichen Produktionsstätte in Staudt.
Konkrete Namen einzelner Händler oder Verkaufsstellen veröffentlicht die Behörde jedoch nicht.
Daher sollten solche Informationen nicht ergänzt werden.
13 Durchsuchungen in drei Bundesländern
Der geografische Umfang des Einsatzes war beträchtlich.
Insgesamt gab es zwischen dem 20. und 22. Mai:
13 Durchsuchungen
in:
- Nordrhein-Westfalen
- Hessen
- Rheinland-Pfalz.
Damit erstreckte sich das Ermittlungsverfahren weit über Staudt hinaus.
Die zentralen großen Sicherstellungen erfolgten jedoch in:
- Staudt – Produktionsanlage und 16,2 Tonnen Tabak
- Ahlen – rund 10 Millionen Zigaretten
- bei Rüsselsheim – rund 9 Millionen Zigaretten.
Mehr als 120 Einsatzkräfte beteiligt
An der dreitägigen Aktion waren mehr als 120 Einsatzkräfte beteiligt.
Unterstützt wurde das Zollfahndungsamt Hannover unter anderem durch:
- das Zollfahndungsamt Frankfurt
- Spezialeinheiten des Zolls
- die Polizei Nordrhein-Westfalen
- die Polizei Rheinland-Pfalz
- das Technische Hilfswerk aus Montabaur und Rüsselsheim.
Die Dimension der gefundenen Zigaretten, Tabakmengen und Produktionsanlagen machte entsprechend umfangreiche Sicherungs- und Transportmaßnahmen erforderlich.
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bielefeld
Die Ermittlungen werden vom Zollfahndungsamt Hannover im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld geführt.
Dabei handelt es sich um die dortige Schwerpunktabteilung für besonders umfangreiche Wirtschaftsstrafsachen und herausgehobene Verfahren der organisierten Kriminalität.
Das Verfahren war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung weiterhin nicht abgeschlossen.
Deshalb können sich hinsichtlich Tatvorwürfen, Steuerschaden und beteiligten Personen noch weitere Erkenntnisse ergeben.
Warum wurde der Fall erst später öffentlich?
Obwohl die Einsatzmaßnahmen bereits zwischen dem 20. und 22. Mai 2026 stattfanden, veröffentlichte das Zollfahndungsamt die Details erst später.
Als Grund nennt die Behörde ausdrücklich ermittlungstaktische Gründe.
Welche konkreten Ermittlungsmaßnahmen diese verzögerte Veröffentlichung erforderlich machten, wird nicht näher erläutert.
Deshalb sollte auch hier nicht über bestimmte noch gesuchte Personen oder geplante Folgeeinsätze spekuliert werden.
Illegale Zigarettenfabrik Staudt und Haldensleben nicht verwechseln
Im Juli 2026 wurde eine weitere große illegale Produktionsanlage in Sachsen-Anhalt aufgedeckt.
Bei der bereits von uns eingeordneten illegalen Zigarettenfabrik in Haldensleben stellte der Zoll unter anderem rund acht Millionen Zigaretten und 40 Tonnen Tabak sicher.
Der Fall in Staudt ist davon vollständig getrennt.
In Staudt beziehungsweise im dazugehörigen Ermittlungsverfahren geht es um:
- fast 20 Millionen Zigaretten
- 16,2 Tonnen Tabak
- vier Festnahmen
- Untersuchungshaft
- 13 Durchsuchungen
- mehr als 80 Millionen mutmaßlich zuvor umgeschlagene Zigaretten.
Damit besitzen beide Beiträge einen klar eigenständigen Nachrichtenwert.
Unterschied zur Düsseldorfer Zigarettenfabrik
Auch der Zigarettenschmuggel Düsseldorf 2025 betrifft eine andere illegale Produktionsstruktur.
Dort stellten Ermittler in einer Produktionshalle mehr als 25 Millionen Zigaretten sowie große Mengen Tabak sicher.
Beim Staudter Verfahren stehen dagegen die Produktionsstätte in Rheinland-Pfalz, die zusätzlichen Lager in Ahlen und bei Rüsselsheim sowie die mutmaßliche bundesweite Vertriebsstruktur im Mittelpunkt.
Die Fälle sollten daher nicht miteinander vermischt werden.
Keine genaue Aufteilung aller 20 Millionen Stück
Obwohl die Behörden rund zehn Millionen Zigaretten in Ahlen und weitere rund neun Millionen bei Rüsselsheim nennen, sollte daraus keine künstlich exakte Gesamtsumme errechnet werden.
Die offizielle Gesamtangabe lautet:
fast 20 Millionen unversteuerte Zigaretten.
Zusätzlich wurde eine kleinere Menge bereits fertig produzierter Zigaretten direkt in der Produktionshalle gefunden.
Deshalb ist die Behördenformulierung „fast 20 Millionen“ die sauberste Angabe.
Keine bestätigten konkreten Verkaufsstellen
Trotz der Hinweise auf eine umfangreiche Lieferkette veröffentlicht der Zoll keine konkreten Namen von:
- Kiosken
- Händlern
- Großhändlern
- einzelnen Abnehmern
- Verkaufsplattformen.
Deshalb sollte der Artikel keine eigenen Aussagen über Verkäufe über Messenger, soziale Netzwerke oder bestimmte Verkaufsstellen enthalten.
Der belegte Fall ist auch ohne solche allgemeinen Schwarzmarktbehauptungen umfangreich genug.
Was bei Illegale Zigarettenfabrik Staudt bestätigt ist
Die wichtigsten bestätigten Angaben lassen sich zusammenfassen:
- Einsatz vom 20. bis 22. Mai 2026
- insgesamt 13 Durchsuchungen
- Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz
- Produktionsanlage in Staudt bei Wirges
- fast 20 Millionen unversteuerte Zigaretten
- rund 10 Millionen in Ahlen
- rund 9 Millionen bei Rüsselsheim
- rund 16,2 Tonnen Tabak in Staudt
- große Mengen Filter, Papierhülsen, Kartonzuschnitte und Folien
- Produktions- und Verpackungsmaschinen
- rund 75.000 Euro Bargeld
- zahlreiche Smartphones und elektronische Beweismittel
- eine Immobilie im Rahmen der Vermögensermittlungen gesichert
- vier Männer zwischen 25 und 54 Jahren festgenommen
- rumänische beziehungsweise moldawische Staatsangehörigkeit
- alle vier in Untersuchungshaft
- 3,9 Millionen Euro Steuerschaden bei den Zigaretten
- rund 1,5 Millionen Euro beim Tabak
- insgesamt rund 5,4 Millionen Euro
- Ermittler gehen von möglicherweise mehr als 80 Millionen umgeschlagenen Zigaretten aus
- mindestens elf mutmaßliche Arbeiter
- laut bisherigen Erkenntnissen über längere Zeit unter fragwürdigen Bedingungen eingeschlossen
- professionelle Geräuschdämmung
- Videoüberwachungsanlage
- mehr als 120 Einsatzkräfte
- Ermittlungen dauern an.
Fazit: Illegale Zigarettenfabrik Staudt führt zu Millionenfund
Die Illegale Zigarettenfabrik Staudt war Teil eines umfangreichen Ermittlungsverfahrens, das sich über mehrere Bundesländer erstreckte.
Zwischen dem 20. und 22. Mai 2026 durchsuchten Zollfahnder insgesamt 13 Lagerhallen und Wohnungen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Im Mittelpunkt stand eine illegal eingerichtete Produktionsanlage auf einem ehemaligen Fabrikgelände in Staudt bei Wirges.
Insgesamt stellten die Ermittler fast 20 Millionen unversteuerte Zigaretten und rund 16,2 Tonnen Tabak sicher. Allein in Ahlen wurden rund zehn Millionen und bei Rüsselsheim weitere etwa neun Millionen Zigaretten entdeckt.
Der bislang berechnete Steuerschaden liegt bei rund 5,4 Millionen Euro.
Vier Männer im Alter zwischen 25 und 54 Jahren wurden festgenommen. Gegen alle vier ordnete das Amtsgericht Bielefeld Untersuchungshaft an. Die Vorwürfe sind weiterhin Gegenstand eines laufenden Strafverfahrens.
Besonders schwer wiegen auch die bisherigen Erkenntnisse über die Arbeitsbedingungen in der Produktionsstätte. Mindestens elf Arbeiter sollen über längere Zeit unter fragwürdigen Bedingungen in den Räumlichkeiten eingeschlossen gewesen sein, damit sie im Umfeld keine Aufmerksamkeit erregten. Eine abschließende gerichtliche Bewertung dieser Umstände liegt mit der veröffentlichten Zollmeldung allerdings nicht vor.
Darüber hinaus gehen die Zollfahnder inzwischen davon aus, dass die Beschuldigten bis zu ihrer Festnahme bundesweit möglicherweise mehr als 80 Millionen Zigaretten umgeschlagen haben. Zumindest ein Teil davon soll mutmaßlich aus der Produktionsanlage in Staudt stammen.
Die Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt Hannover am Dienstsitz Bielefeld im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld weiter.
Stand: August 2026
Bildquelle: zoll.com

