Neotame in E-Zigaretten: Unsichtbares Risiko für die Lunge

Neotame in E-Zigaretten ist ein wachsendes Risiko, über das kaum jemand spricht. Eine aktuelle Studie der Yale University und der Duke University zeigt: In über 75 % der untersuchten E-Liquids steckt Neotame – ein künstlicher Süßstoff, der bis zu 13.000-mal süßer als Zucker ist. Das Problem: Neotame ist nicht für das Inhalieren zugelassen, wird aber dennoch in vielen Vapes verwendet – besonders in beliebten Sorten wie „Peach Ice“ oder „Cotton Candy“.

Was ist Neotame – und warum ist es in Vapes?

Dieser Ersatzstoff ist ein stark süßendes Mittel, der in Lebensmitteln zwar reguliert, aber in E-Zigaretten gesetzlich nicht erlaubt ist. Er wird dort trotzdem verwendet, um den Geschmack zu intensivieren – besonders bei süßen Aromen, die junge Konsumenten ansprechen.

Die Yale/Duke-Studie analysierte 73 populäre Vape-Produkte, darunter Marken wie Elf Bar, Breeze Smoke und Vapetasia. In 57 Fällen wurde Neotame nachgewiesen – in teils hoher Konzentration. Der Süßstoff wird dabei direkt eingeatmet – ohne jede toxikologische Bewertung für diesen Anwendungsfall.

Was macht Neotame beim Dampfen so gefährlich?

Der große Unterschied: Was der Körper essen kann, ist nicht automatisch auch beim Inhalieren sicher. Neotame wurde nie auf seine Wirkung in der Lunge untersucht.

Die möglichen Risiken:

  • Reizung der Atemwege durch direkte Aufnahme
  • Chemische Veränderungen beim Erhitzen im Verdampfer
  • Unklare Langzeitfolgen durch fehlende Inhalationsstudien

Die Studienleitung spricht von einer „toxikologischen Blackbox“ – eine chemische Grauzone, in der sich ein Großteil der Vape-Produkte derzeit bewegt.

Warum gerade Jugendliche besonders betroffen sind

Süße, fruchtige Liquids mit intensiven Aromen wirken harmlos – sind es aber nicht. Diese Substanz im Liquid überdeckt den Geschmack von Nikotin, was die Gefahr einer unbewussten Überdosierung erhöht. Vor allem Jugendliche werden dadurch stärker an das Dampfen herangeführt – mit sinkender Hemmschwelle und wachsendem Risiko der Abhängigkeit.

Verbraucherschutz: Was jetzt gefordert wird

Die Wissenschaft ist sich einig: Neotame und ähnliche Stoffe dürfen nicht länger ungeregelt in E-Zigaretten landen. Es braucht:

  • Kennzeichnungspflicht für alle Süßstoffe
  • Grenzwerte für künstliche Aromastoffe
  • Verbot übermäßig süßer Aromen in Einweg-Vapes
  • Unabhängige Studien zur Wirkung beim Einatmen

Denn was im Essen erlaubt ist, ist nicht automatisch sicher beim Inhalieren.

Fazit: Neotame in E-Zigaretten – süßer Geschmack, bitteres Risiko

Der Einsatz von Neotame in E-Zigaretten zeigt einmal mehr, wie unkontrolliert der Markt für Vapes ist. Was nach Bonbon schmeckt, kann bei jedem Zug ein gesundheitliches Risiko bedeuten – ganz besonders, wenn niemand weiß, was im Nebel eigentlich drinsteckt.

👉 Wer Vapes nutzt, sollte nicht nur auf Nikotin achten – sondern auch auf Süßstoffe , die bisher kaum jemand hinterfragt.