Illegaler Zigarettenhandel Deutschland: 1,9 Milliarden Zigaretten 2025

Illegaler Zigarettenhandel Deutschland bleibt ein relevantes Thema: Nach der neuesten KPMG-Schätzung wurden im Jahr 2025 rund 1,91 Milliarden illegale Zigaretten in Deutschland konsumiert.

Damit entfielen laut KPMG etwa 2,5 Prozent des gesamten Zigarettenkonsums in Deutschland auf sogenannte Counterfeit-and-Contraband-Produkte, kurz C&C.

Außerdem schätzt KPMG den damit verbundenen Ausfall an Tabak- und Mehrwertsteuereinnahmen auf rund:

486 Millionen Euro.

Zum Vergleich lag die geschätzte Menge 2024 bei rund 1,65 Milliarden und 2023 bei 1,59 Milliarden Zigaretten.

Allerdings ist die Einordnung entscheidend: Die Zahlen stammen aus einer Modellrechnung und nicht aus einer vollständigen behördlichen Erfassung aller illegalen Verkäufe. Zudem erstellte KPMG den Bericht im Auftrag von Philip Morris Products S.A.

Illegaler Zigarettenhandel Deutschland: Die aktuellen Zahlen für 2025

Der aktuelle KPMG-Bericht nennt für Deutschland im Jahr 2025:

  • 1,91 Milliarden Counterfeit-and-Contraband-Zigaretten
  • 2,5 Prozent Anteil am gesamten Zigarettenkonsum
  • 486 Millionen Euro geschätzte entgangene Steuereinnahmen

Gegenüber 2024 stieg die geschätzte illegale Menge damit um rund 16 Prozent.

Im Vorjahr hatte KPMG noch etwa 1,65 Milliarden illegale Zigaretten ermittelt.

Die vollständigen Ergebnisse sind im KPMG-Bericht zu illegalem Zigarettenkonsum in Europa 2025 veröffentlicht.

Der Bericht mit den Ergebnissen für 2025 erschien im Juni 2026.

Entwicklung von 2023 bis 2025

Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Vergleich der vergangenen drei Untersuchungsjahre.

JahrGeschätzte illegale ZigarettenAnteil am KonsumGeschätzter Steuerausfall
20231,59 Mrd.2,1 %368 Mio. €
20241,65 Mrd.2,2 %401 Mio. €
20251,91 Mrd.2,5 %486 Mio. €

Während die Schätzung von 2022 auf 2023 zunächst leicht zurückging, zeigt sich seit 2023 wieder ein Anstieg.

So erhöhte sich die von KPMG geschätzte illegale Menge zwischen 2023 und 2025 von 1,59 auf 1,91 Milliarden Zigaretten.

Gleichzeitig stieg der geschätzte Steuerausfall von 368 auf 486 Millionen Euro.

Daher lässt sich für die jüngste Entwicklung des illegalen Zigarettenhandels in Deutschland tatsächlich eine steigende Tendenz erkennen.

486 Millionen Euro sind eine Schätzung

Die 486 Millionen Euro dürfen jedoch nicht mit einem behördlich festgestellten Steuerschaden aus konkreten Strafverfahren verwechselt werden.

Stattdessen berechnet KPMG den Wert anhand der geschätzten Menge illegal konsumierter Zigaretten.

Dabei beschreibt der Bericht den Steuerausfall als jene Tabak- und Mehrwertsteuereinnahmen, die unter den verwendeten Annahmen entstanden wären, wenn die entsprechenden Zigaretten legal im Untersuchungsland konsumiert worden wären.

Deshalb lautet die korrekte Formulierung:

„KPMG schätzt den Steuerausfall für Deutschland 2025 auf rund 486 Millionen Euro.“

Dagegen wäre folgende Aussage falsch:

„Der deutsche Zoll hat 486 Millionen Euro Steuerschaden festgestellt.“

Denn beide Aussagen beschreiben unterschiedliche Größen.

Illegaler Zigarettenhandel Deutschland: Nicht jede ausländische Zigarette ist illegal

Ein weiterer wichtiger Punkt wird bei Schwarzmarktstatistiken häufig übersehen.

Nicht jede in Deutschland konsumierte Zigarette, die nicht in Deutschland versteuert wurde, ist automatisch illegal.

KPMG schätzt für 2025 insgesamt rund 12,48 Milliarden nicht heimische beziehungsweise nicht in Deutschland versteuerte Zigaretten.

Davon ordnet die Studie etwa:

10,56 Milliarden Zigaretten dem legalen grenzüberschreitenden Konsum

und:

1,91 Milliarden dem Bereich Counterfeit & Contraband

zu.

Zum legalen grenzüberschreitenden Konsum können beispielsweise Zigaretten gehören, die Reisende unter Einhaltung der geltenden Vorschriften im Ausland gekauft und anschließend nach Deutschland mitgebracht haben.

Daher darf die Gesamtmenge nicht in Deutschland versteuerter Produkte nicht mit dem illegalen Markt gleichgesetzt werden.

Was KPMG unter Counterfeit & Contraband versteht

KPMG fasst verschiedene Formen des illegalen Marktes unter Counterfeit & Contraband (C&C) zusammen.

Dazu gehören insbesondere geschmuggelte beziehungsweise illegal in den Markt gelangte Produkte und Produktfälschungen.

Allerdings besteht der illegale Markt nicht ausschließlich aus gefälschten bekannten Marken.

Je nach Fall können beispielsweise relevant sein:

  • gefälschte Markenzigaretten
  • geschmuggelte Originalprodukte
  • sogenannte Illicit Whites
  • illegal hergestellte Zigaretten
  • andere nicht ordnungsgemäß in den Markt gelangte Produkte

Außerdem kann sich die Zusammensetzung des Marktes von Jahr zu Jahr verändern.

Deshalb bedeutet die Zahl von 1,91 Milliarden nicht, dass sämtliche illegal konsumierten Zigaretten gefälscht waren.

Fälschungen gewinnen in Deutschland an Bedeutung

Nach den veröffentlichten Ergebnissen entfielen 2025 rund 32 Prozent des illegalen Zigarettenmarkts in Deutschland auf Fälschungen.

Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Anstieg um etwa sechs Prozentpunkte.

Somit nahm nicht nur die geschätzte Gesamtmenge illegaler Zigaretten zu. Gleichzeitig gewannen gefälschte Produkte innerhalb des deutschen illegalen Marktes an Bedeutung.

Allerdings sollte auch diese Entwicklung als Ergebnis der KPMG-Modellierung verstanden werden und nicht als vollständige behördliche Erfassung sämtlicher Fälschungen.

Studie wurde von Philip Morris beauftragt

Bei der Bewertung der Ergebnisse ist außerdem die Auftraggeberschaft wichtig.

KPMG erstellte die Untersuchung im Auftrag von:

Philip Morris Products S.A.

Philip Morris International gehört selbst zu den weltweit größten Tabakkonzernen.

Deshalb sollte diese Information transparent genannt werden, weil Unternehmen der Tabakindustrie ein wirtschaftliches Interesse an Fragen rund um den legalen und illegalen Zigarettenmarkt haben.

Die Auftraggeberschaft bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Zahlen falsch sind.

Dennoch gehört sie zu einer vollständigen und transparenten Einordnung der Quelle.

Wie KPMG den illegalen Zigarettenhandel Deutschland schätzt

KPMG kann naturgemäß nicht jeden illegalen Kauf beobachten.

Stattdessen kombiniert die Untersuchung unterschiedliche Datenquellen und Berechnungsverfahren.

Eine wichtige Grundlage bilden beispielsweise sogenannte Empty Pack Surveys.

Dabei sammeln Marktforschungsunternehmen leere Zigarettenpackungen und untersuchen unter anderem:

  • Marken
  • Herkunft
  • Kennzeichnung
  • Steuermerkmale
  • mögliche Fälschungsmerkmale

Zusätzlich fließen weitere Markt- und Verbrauchsdaten in die Berechnung ein.

Anschließend modelliert KPMG aus diesen Informationen unter anderem den legalen inländischen Konsum, legale Auslandskäufe sowie den Bereich Counterfeit & Contraband.

Somit handelt es sich beim Ergebnis um eine Schätzung des illegalen Konsums und nicht um eine vollständige Zählung tatsächlicher Schwarzmarktverkäufe.

Methodik in Deutschland wurde 2023 geändert

Bei längerfristigen Vergleichen ist zusätzlich eine methodische Besonderheit zu beachten.

KPMG stellte die Methodik für Deutschland im Jahr 2023 um.

Seitdem basieren die deutschen Ergebnisse auf einer Empty-Pack-Erhebung. Zuvor nutzte KPMG für bestimmte Berechnungen eine andere Erhebungsmethode.

KPMG weist deshalb selbst darauf hin, dass insbesondere die Fälschungsmengen zwischen 2022 und 2023 aufgrund dieses Methodenwechsels nicht vollständig direkt vergleichbar sein können.

Folglich sind langfristige Aussagen mit Vorsicht zu interpretieren.

Für die aktuelle Entwicklung sind die Jahre 2023, 2024 und 2025 dennoch besonders hilfreich, weil sie die jüngste Entwicklung nach der Umstellung zeigen.

Illegaler Zigarettenhandel Deutschland bleibt anteilig vergleichsweise klein

Obwohl die absolute Menge zuletzt gestiegen ist, liegt Deutschland beim prozentualen Schwarzmarktanteil weiterhin deutlich unter mehreren anderen europäischen Ländern.

Für Deutschland schätzt KPMG:

2,5 Prozent illegalen Anteil am gesamten Zigarettenkonsum.

Damit zählt Deutschland laut der Untersuchung nicht zu den Ländern mit den höchsten illegalen Marktanteilen.

Absolut betrachtet bleibt der deutsche Markt wegen seiner Größe dennoch relevant.

Nach der Veröffentlichung von Philip Morris lag Deutschland 2025 bei der absoluten Menge illegaler Zigaretten auf Platz sieben der untersuchten europäischen Märkte.

Europaweit 55,3 Milliarden illegale Zigaretten

Noch deutlicher fällt die Entwicklung auf europäischer Ebene aus.

KPMG untersuchte für den aktuellen Bericht 38 europäische Länder.

Für 2025 schätzt die Studie insgesamt:

55,3 Milliarden illegale Zigaretten.

Das entsprach rund:

11,1 Prozent des gesamten Zigarettenkonsums

in den untersuchten Märkten.

Außerdem beziffert der Bericht die geschätzten entgangenen Steuereinnahmen europaweit auf:

22,4 Milliarden Euro.

Gegenüber 2024 entspricht das beim geschätzten Steuerausfall einem deutlichen Anstieg.

Frankreich bleibt größter illegaler Markt

Besonders hoch bleibt der illegale Zigarettenkonsum laut KPMG in Frankreich.

Für 2025 schätzt die Studie dort:

20,5 Milliarden illegale Zigaretten.

Der Anteil am gesamten französischen Zigarettenkonsum lag demnach bei:

41,4 Prozent.

Damit war der illegale Markt in Frankreich sowohl absolut als auch anteilig erheblich größer als in Deutschland.

Dieser Vergleich zeigt zugleich, warum europäische Durchschnittswerte nicht ohne Weiteres auf Deutschland übertragen werden sollten.

24,7 Milliarden gefälschte Zigaretten in Europa

Europaweit schätzt KPMG für 2025 rund:

24,7 Milliarden gefälschte Zigaretten.

Gegenüber dem Vorjahr stieg die geschätzte Menge laut Veröffentlichung um rund 13 Prozent.

Somit stellen Fälschungen einen erheblichen Teil des illegalen europäischen Marktes dar.

Allerdings gilt erneut: Die Zahl beruht auf der Methodik der Studie und stellt keine vollständige Auflistung aller von Behörden beschlagnahmten Fälschungen dar.

Konkrete Zollfälle ergänzen die Marktstudie

Während KPMG den Gesamtmarkt schätzt, dokumentiert der deutsche Zoll konkrete Kontrollen und Sicherstellungen.

Beispielsweise fanden Einsatzkräfte am Flughafen Frankfurt im Juli 2025 87.500 Zigaretten im Gepäck eines Reisenden.

Den konkreten Fall behandeln wir separat unter Zigarettenschmuggel Flughafen Frankfurt: 87.500 Zigaretten.

Außerdem stellten Zollbeamte auf der A57 bei Goch bei einer Kontrolle 30.000 unversteuerte Zigaretten sicher.

Mehr dazu findest du unter Zigarettenschmuggel auf der A57: Zoll findet 30.000 Zigaretten.

Solche Fälle zeigen konkrete Sicherstellungen. Dennoch dürfen sie nicht einfach zur KPMG-Schätzung addiert werden.

Denn beide Quellen messen unterschiedliche Dinge.

Marktstudie und Zollstatistik messen unterschiedliche Dinge

Beim illegalen Zigarettenhandel Deutschland begegnen einem deshalb verschiedene Arten von Zahlen.

Geschätzter illegaler Konsum

Dabei handelt es sich um eine Modellrechnung darüber, wie viele illegale Zigaretten vermutlich konsumiert wurden.

Sichergestellte Zigaretten

Hierbei geht es um Produkte, die Zoll, Polizei oder andere Behörden tatsächlich gefunden und sichergestellt haben.

Geschätzter Steuerausfall

Dieser Wert beschreibt die Steuereinnahmen, die unter bestimmten Annahmen durch den illegalen Konsum entgangen sein könnten.

Festgestellter Steuerschaden

Dagegen kann eine Ermittlungsbehörde in einem konkreten Verfahren einen bestimmten Steuerschaden berechnen.

Somit beantworten diese Werte unterschiedliche Fragen und sollten nicht miteinander gleichgesetzt werden.

Illegaler Zigarettenhandel Deutschland: Was die Zahlen nicht beweisen

Auch die aktuelle KPMG-Studie erlaubt keine beliebigen Schlussfolgerungen.

Aus den 1,91 Milliarden illegalen Zigaretten lässt sich beispielsweise nicht ableiten, dass:

  • 1,91 Milliarden einzelne illegale Verkäufe dokumentiert wurden
  • jede Packung von einem Schmuggler über die Grenze gebracht wurde
  • sämtliche illegalen Zigaretten gefälscht waren
  • jede nicht in Deutschland versteuerte Zigarette illegal war
  • Behörden tatsächlich 486 Millionen Euro Steuerschaden in Strafverfahren festgestellt haben

Belastbar ist vielmehr folgende Aussage:

KPMG schätzt den Counterfeit-and-Contraband-Konsum in Deutschland für 2025 auf rund 1,91 Milliarden Zigaretten beziehungsweise 2,5 Prozent des gesamten Zigarettenkonsums.

Den damit verbundenen theoretischen Steuerausfall beziffert die Studie außerdem auf rund 486 Millionen Euro.

Illegaler Zigarettenhandel Deutschland: Die wichtigsten Zahlen

Die wichtigsten aktuellen Werte lassen sich so zusammenfassen:

Kennzahl2025
Geschätzte illegale Zigaretten in Deutschland1,91 Mrd.
Anteil am gesamten deutschen Konsum2,5 %
Geschätzter Steuerausfall Deutschland486 Mio. €
Vergleich 20241,65 Mrd.
Vergleich 20231,59 Mrd.
Anteil Fälschungen am illegalen deutschen Marktca. 32 %
Illegaler Konsum in 38 europäischen Ländern55,3 Mrd.
Anteil illegaler Zigaretten europaweit11,1 %
Geschätzter europäischer Steuerausfall22,4 Mrd. €
Gefälschte Zigaretten europaweit24,7 Mrd.
Illegaler Konsum Frankreich20,5 Mrd.
Auftraggeber des KPMG-BerichtsPhilip Morris Products S.A.

Dadurch lassen sich Deutschland-Zahlen, europäische Daten und die Finanzierung der Studie klar voneinander unterscheiden.

Fazit: Illegaler Zigarettenhandel Deutschland steigt laut KPMG

Der illegale Zigarettenhandel in Deutschland hat nach der aktuellen KPMG-Schätzung zuletzt zugenommen.

Für 2025 ermittelt die Studie:

1,91 Milliarden illegal konsumierte Zigaretten.

Das entspricht rund:

2,5 Prozent des gesamten Zigarettenkonsums in Deutschland.

Außerdem schätzt KPMG den daraus rechnerisch resultierenden Steuerausfall auf etwa:

486 Millionen Euro.

2024 waren es noch rund 1,65 Milliarden illegale Zigaretten und 2023 etwa 1,59 Milliarden.

Damit zeigt die Modellrechnung für die vergangenen drei Jahre eine steigende Tendenz.

Trotzdem muss die Größenordnung richtig eingeordnet werden.

Denn die Zahlen stammen nicht aus einer vollständigen behördlichen Erfassung aller illegalen Verkäufe. Stattdessen modelliert KPMG den illegalen Konsum anhand verschiedener Datenquellen, darunter Empty Pack Surveys.

Zudem wurde die Untersuchung von Philip Morris Products S.A. in Auftrag gegeben. Diese Auftraggeberschaft sollte bei der Bewertung der Ergebnisse transparent berücksichtigt werden.

Ebenso wichtig ist die Unterscheidung zwischen legalen Auslandskäufen und illegalem Konsum: Nicht jede Zigarette ohne deutsche Steuerkennzeichnung gelangte illegal nach Deutschland.

Insgesamt zeigt die aktuelle KPMG-Schätzung dennoch:

Der geschätzte illegale Zigarettenkonsum in Deutschland stieg 2025 auf den höchsten Wert der drei Jahre 2023 bis 2025.

Bildquelle: envato.com