Schmuggelzigaretten und illegaler Wasserpfeifentabak aufgedeckt

Schmuggelzigaretten und illegaler Wasserpfeifentabak in großem Umfang stehen im Mittelpunkt eines bundesweiten Verfahrens des Zolls. Bei Durchsuchungen am 10. Februar 2026 wurden insgesamt 17 Wohnungen, Lagerstätten und Geschäftsräume mutmaßlicher Lieferanten, Händler und Abnehmer durchsucht. Ein 23 Jahre alter Hauptbeschuldigter sitzt bereits in Untersuchungshaft.

Wie das Zollfahndungsamt München mitteilte, richtet sich das Verfahren gegen eine syrische Tätergruppierung, der der bundesweite Handel mit Schmuggelzigaretten, illegal hergestelltem Wasserpfeifentabak und unversteuerten E Zigaretten vorgeworfen wird. Die Ermittlungen laufen wegen des Verdachts der Steuerhehlerei gegen insgesamt 16 männliche Beschuldigte im Alter von 23 bis 43 Jahren.

Schmuggelzigaretten und Tabakwaren in großem Umfang sichergestellt

Bei den Maßnahmen fanden die Einsatzkräfte etwa 850 Stangen zu je 200 Schmuggelzigaretten, 245 Kilogramm illegal hergestellten Wasserpfeifentabak und gut 200 Gramm Marihuana. Darüber hinaus stellten die Zollfahnder zahlreiche Materialien sicher, die für die Herstellung von Wasserpfeifentabak genutzt worden sein sollen.

Zusätzlich wurden elektronische Speichermedien und schriftliche Unterlagen als Beweismittel gesichert. Für die Ermittler sind diese Funde von zentraler Bedeutung, weil sie Aufschluss über Lieferwege, Abnehmerstrukturen und mögliche Geldflüsse geben könnten.

Hauptbeschuldigter bereits vor den Durchsuchungen festgenommen

Der im Fokus der Ermittlungen stehende 23 Jahre alte Syrer war bereits am 8. Februar 2026 festgenommen worden. Nach Angaben der Behörden erfolgte die Verhaftung durch Beamte der Bundespolizei bei der Einreise aus Tschechien. Gegen den Mann bestand ein einschlägiger Haftbefehl.

Der in Kulmbach gemeldete Beschuldigte steht im Verdacht, über einen längeren Zeitraum hinweg in erheblichem Umfang unverzollte und unversteuerte Tabakwaren beschafft und mit Gewinnerzielungsabsicht an einen bundesweit etablierten Abnehmerkreis weiterverkauft zu haben. In mehreren Fällen soll er dabei mit zwei weiteren Beschuldigten zusammengearbeitet haben, einem 29 Jährigen aus Güstrow und einem 30 Jährigen aus Happurg.

Abnehmer und Lieferanten in mehreren Bundesländern

Die mutmaßlichen Absatzwege reichten nach Angaben des Zollfahndungsamts unter anderem nach Chemnitz, Straubing und Hersbruck. Auch dort konnten umfangreiche Beweismittel sichergestellt werden.

Im Verlauf der Ermittlungen gerieten zudem mögliche Lieferanten in den Blick der Behörden. Dabei handelt es sich laut Mitteilung unter anderem um zwei 29 und 43 Jahre alte Syrer aus Aschaffenburg und Essen. Der Fall zeigt damit, dass der Handel mit Schmuggelzigaretten und illegalem Wasserpfeifentabak offenbar über mehrere Bundesländer hinweg organisiert gewesen sein soll.

Steuerschaden von mehr als 500.000 Euro

Nach Einschätzung des Zolls ist seit Juli 2025 ein Steuerschaden von mehr als 500.000 Euro entstanden. Damit erreicht das Verfahren eine erhebliche wirtschaftliche Dimension.

Für die Ermittler steht dabei nicht nur der Vertrieb von Schmuggelzigaretten im Fokus, sondern das gesamte Netzwerk hinter Beschaffung, Lagerung und Weiterverkauf unversteuerter Tabakwaren. Der hohe geschätzte Schaden deutet darauf hin, dass die mutmaßlichen Geschäfte über einen längeren Zeitraum und mit erheblichem Umfang betrieben worden sein sollen.

Mehr als 160 Einsatzkräfte beteiligt

An den Maßnahmen waren mehr als 160 Kräfte der Zollfahndungsämter München, Dresden, Essen und Hamburg sowie der Hauptzollämter Landshut, Schweinfurt, Nürnberg und Köln beteiligt. Unterstützt wurden sie von Schutzhunden, Tabakspürhunden und Bargeldspürhunden.

Die richterlichen Maßnahmen waren auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hof ergangen. Der große Kräfteeinsatz verdeutlicht, welche Bedeutung die Behörden dem Verfahren beimessen.

Zoll sieht Gefahr für Staat und Wettbewerb

Aus Sicht des Zolls hat der illegale Handel mit Tabakwaren weitreichende Folgen. Schmuggelzigaretten schädigen nach Angaben der Behörde nicht nur den Staatshaushalt, sondern beeinträchtigen auch den fairen Wettbewerb und stärken kriminelle Strukturen.

Mit dem Zugriff gegen die mutmaßliche Tätergruppierung gehen die Ermittler nun gegen ein Netzwerk vor, das bundesweit aktiv gewesen sein soll. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

Bildquelle: Flow.com