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Juli 10, 2026Tabaksteuerhinterziehung: Zoll ermittelt in Millionenhöhe
Tabaksteuerhinterziehung steht im Mittelpunkt eines Ermittlungsverfahrens des Zollfahndungsamts München. Am 9. April 2026 wurden bayernweit zehn Objekte durchsucht, darunter Geschäftsräume sowie Privatwohnungen von Firmenverantwortlichen und Zeugen.
Im Fokus der Ermittlungen steht ein Unternehmen aus Südbayern, das Wasserpfeifentabak aus Dubai importiert haben soll. Nach Angaben der Ermittler könnte durch eine mutmaßlich falsche steuerliche Kennzeichnung Tabaksteuer in Höhe von über einer Million Euro verkürzt worden sein.
Inhaltsverzeichnis
Tabaksteuerhinterziehung: Zehn Objekte in Bayern durchsucht
Die Durchsuchungen fanden am 9. April 2026 statt. Betroffen waren laut Zollfahndungsamt München sowohl Geschäftsräume als auch Privatwohnungen.
Das Verfahren richtet sich gegen drei Tatverdächtige im Alter von 42 und 51 Jahren. Sie sollen beim Bezug von Steuerbanderolen eine niedrigere Steuerkategorie genutzt und diese anschließend auf Behältnisse mit importiertem Wasserpfeifentabak angebracht haben.
Tabaksteuerhinterziehung durch falsche Steuerzeichen?
Nach bisherigen Erkenntnissen soll das betroffene Unternehmen Wasserpfeifentabak aus Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten importiert haben.
Dabei sollen Steuerzeichen für Rauchtabak verwendet worden sein, obwohl es sich um Wasserpfeifentabak gehandelt haben soll. Genau hier liegt der steuerliche Unterschied.
Wasserpfeifentabak wird in Deutschland anders besteuert als klassischer Rauchtabak. Neben der regulären Tabaksteuer fällt eine Zusatzsteuer von 23 Euro pro Kilogramm an.
Nach Angaben des Zollfahndungsamts München könnte dadurch Tabaksteuer in Höhe von über einer Million Euro verkürzt worden sein.
Rund 60 Tonnen Wasserpfeifentabak im Fokus
Der mutmaßliche Tatzeitraum erstreckt sich laut Ermittlern von 2022 bis heute.
Insgesamt soll es dabei um etwa 60 Tonnen Wasserpfeifentabak gehen. Die Behörden prüfen nun, in welchem Umfang die Steuerzeichen tatsächlich missbräuchlich verwendet wurden und welche steuerlichen Folgen sich daraus ergeben.
Beweismaterial und Tabak sichergestellt
Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher. Dazu zählen schriftliche Aufzeichnungen und digitale Datenträger.
Zusätzlich wurden knapp 400 Kilogramm Wasserpfeifentabak beschlagnahmt. Dieser soll nach Angaben der Behörden mit mutmaßlich missbräuchlich verwendeten Steuerzeichen versehen gewesen sein.
Die sichergestellten Unterlagen und Datenträger werden nun ausgewertet.
Warum Steuerzeichen bei Tabak wichtig sind
Steuerzeichen dienen dazu, Tabakwaren korrekt zu kennzeichnen und die ordnungsgemäße Besteuerung nachvollziehbar zu machen.
Werden Steuerbanderolen falsch verwendet, kann dadurch eine niedrigere Steuer ausgewiesen werden, als eigentlich fällig wäre.
Gerade bei Wasserpfeifentabak ist das relevant, weil für diese Produktgruppe eine zusätzliche Steuer anfällt.
Tabaksteuerhinterziehung: Ermittlungen dauern an
Die Ermittlungen des Zollfahndungsamts München dauern weiter an. Zum jetzigen Zeitpunkt gilt für alle Beschuldigten die Unschuldsvermutung.
Ob es tatsächlich zu einer Tabaksteuerhinterziehung gekommen ist und in welcher Höhe ein möglicher Steuerschaden entstanden ist, muss im weiteren Verlauf des Verfahrens geklärt werden.
Für die Branche zeigt der Fall erneut, wie wichtig eine korrekte steuerliche Kennzeichnung von Tabakwaren ist.
Bildquelle: zoll.de

