Coil Vergleich E Zigarette: Baumwolle oder Keramik?
Sep. 07, 2026TikTok Vapes: Wie Social Media den Vape-Konsum Jugendlicher beeinflussen kann
TikTok Vapes sind Teil einer größeren Debatte über E-Zigaretten, Social Media und Jugendliche. Kurze Videos können Geräte, Aromen und das Dampfen als Teil eines bestimmten Lifestyles präsentieren. Gleichzeitig zeigen aktuelle deutsche Daten, dass E-Zigaretten unter Jugendlichen weiterhin relevant sind.
TikTok spielt dabei im Medienalltag vieler Jugendlicher eine wichtige Rolle. Laut JIM-Studie 2025 nutzen 53% der 12- bis 19-Jährigen TikTok regelmäßig.
Allerdings ist eine wichtige Unterscheidung notwendig: TikTok allein lässt sich nicht pauschal für den Vape-Konsum Jugendlicher verantwortlich machen.
Aktuelle Forschung zeigt jedoch Zusammenhänge zwischen der Sichtbarkeit von E-Zigaretten-Inhalten in sozialen Netzwerken und dem Konsum von E-Zigaretten bei Jugendlichen. Gleichzeitig können weitere Faktoren wie Elternhaus, Freundeskreis, finanzielle Möglichkeiten, Produktverfügbarkeit und persönliche Einstellungen eine Rolle spielen.
Deshalb lohnt sich ein genauer Blick darauf, was über TikTok Vapes, Jugendliche und Social-Media-Inhalte tatsächlich bekannt ist.
Inhaltsverzeichnis
TikTok Vapes: Warum Social Media eine Rolle spielt
Auf TikTok und anderen sozialen Netzwerken können Jugendliche mit Inhalten über:
- Vapes,
- Aromen,
- Geräte,
- Dampfen,
- Lifestyle,
- Produktdesign
- oder Nikotin
in Kontakt kommen.
Dabei muss es sich nicht immer um klassische Werbung handeln. Auch private Videos, Produktvorstellungen, Influencer-Inhalte oder Lifestyle-Beiträge können E-Zigaretten sichtbar machen.
Eine 2026 veröffentlichte deutsche Untersuchung mit 829 Schülerinnen und Schülern im Alter von 11 bis 19 Jahren untersuchte unter anderem den Zusammenhang zwischen Social-Media-Inhalten und E-Zigaretten-Konsum.
Die zugrunde liegenden Daten wurden zwischen April und Juli 2024 an drei Schulen in Norddeutschland erhoben.
Deshalb ist die Untersuchung nicht repräsentativ für alle Jugendlichen in Deutschland.
Trotzdem liefert sie Hinweise auf mögliche Zusammenhänge zwischen digitaler Exposition und E-Zigaretten-Konsum.
Bei Jugendlichen, die über eine Exposition gegenüber E-Zigaretten-Inhalten auf TikTok berichteten, zeigte die statistische Auswertung eine Odds Ratio von:
3,32
Für Instagram lag sie bei:
3,00
Das bedeutet jedoch nicht, dass TikTok-Videos nachweislich die Ursache für den E-Zigaretten-Konsum dieser Jugendlichen waren.
Die Untersuchung zeigt einen statistischen Zusammenhang, aber keine einfache Ursache-Wirkungs-Beziehung.
Zusammenhang bedeutet nicht automatisch Ursache
Gerade bei Aussagen über TikTok und Vaping ist diese Unterscheidung besonders wichtig.
Wenn Jugendliche, die Vape-Inhalte sehen, auch häufiger E-Zigaretten verwenden, sind verschiedene Erklärungen möglich.
Beispielsweise könnten Jugendliche:
- durch entsprechende Inhalte neugieriger werden,
- bereits Vapes nutzen und deshalb häufiger Vape-Videos ansehen,
- aufgrund ihres bisherigen Nutzungsverhaltens mehr ähnliche Inhalte angezeigt bekommen,
- oder durch Freunde und ihr soziales Umfeld gleichzeitig stärker mit Vapes und entsprechenden Social-Media-Inhalten in Kontakt kommen.
Deshalb wäre die Aussage:
„TikTok macht Jugendliche zu Vapern“
wissenschaftlich zu pauschal.
Sachlich sauberer ist:
Die Exposition gegenüber E-Zigaretten-Inhalten auf Social Media steht in Studien mit einer höheren Wahrscheinlichkeit des E-Zigaretten-Konsums bei Jugendlichen in Zusammenhang.
Wie viele Jugendliche in Deutschland nutzen Vapes?
Für Deutschland liegen inzwischen aktuelle repräsentative Daten vor.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) befragte für seine Drogenaffinitätsstudie 2025 insgesamt:
7.001 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 25 Jahren.
Bei den 12- bis 17-Jährigen hatten in den 30 Tagen vor der Befragung:
- 7,9% Tabakzigaretten geraucht,
- 7,3% Mehrweg-E-Zigaretten verwendet,
- 5,5% Einweg-E-Zigaretten verwendet,
- 2,0% Wasserpfeife konsumiert,
- 1,9% Nikotinbeutel verwendet,
- 0,4% Tabakerhitzer genutzt.
Wichtig ist dabei: Die Werte für Mehrweg- und Einweg-E-Zigaretten dürfen nicht einfach addiert werden, weil sich die Nutzergruppen überschneiden können.
Mehr dazu erklären wir in unserem Beitrag „Vapes bei Jugendlichen: Zahlen und Trends in Deutschland 2026“.
Mehrweg-Vapes haben bei Jugendlichen deutlich zugelegt
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Mehrweg-E-Zigaretten.
Bei männlichen Jugendlichen stieg der Anteil der Konsumierenden laut BIÖG von:
2,9% im Jahr 2021
auf:
6,7% im Jahr 2025.
Bei weiblichen Jugendlichen stieg der Wert im selben Zeitraum von:
1,8%
auf:
7,8%.
Damit hat die Nutzung von Mehrweg-E-Zigaretten insbesondere bei weiblichen Jugendlichen deutlich zugenommen.
Einweg-Vapes bleiben ebenfalls relevant. Die aktuellen Daten zeigen jedoch, dass sich die Diskussion über Jugend-Vaping nicht ausschließlich auf Einwegprodukte konzentrieren sollte.
TikTok Vapes und Nikotin
Nicht jede E-Zigarette enthält Nikotin.
Bei Jugendlichen ist Nikotin trotzdem ein zentraler Teil der Diskussion.
Nach Angaben des BIÖG verwenden inzwischen neun von zehn Konsumierenden von Mehrweg-E-Zigaretten nikotinhaltige Liquids.
Dadurch geht es beim jugendlichen Vaping häufig nicht ausschließlich um Geschmack oder Lifestyle, sondern auch um Nikotinkonsum.
Nikotin besitzt Abhängigkeitspotenzial.
Deshalb sollten Social-Media-Inhalte kritisch eingeordnet werden, wenn nikotinhaltige Produkte darin wie harmlose Lifestyle-Accessoires erscheinen.
Gleichzeitig wäre auch folgende Aussage zu pauschal:
„Jeder Jugendliche, der einmal eine Vape ausprobiert, wird abhängig.“
Ob und wie sich eine Nikotinabhängigkeit entwickelt, hängt von mehreren Faktoren ab.
Dazu gehören unter anderem:
- Nikotinstärke,
- Konsumhäufigkeit,
- verwendetes Gerät,
- Zugverhalten,
- Dauer des Konsums
- und individuelle Faktoren.
Mehr über die tatsächliche Nikotinzufuhr erklären wir in unserem Beitrag „Nikotinaufnahme beim Dampfen: Was wirklich ankommt“.
Welche Rolle spielen Influencer bei TikTok Vapes?
Influencer können Produkte anders präsentieren als klassische Werbung.
Während eine traditionelle Anzeige häufig als Marketing erkannt werden kann, sind Produktdarstellungen bei Influencern teilweise in andere Themen eingebettet.
Dazu gehören beispielsweise:
- Alltag,
- Fashion,
- Gaming,
- Fitness,
- Musik
- oder andere Lifestyle-Themen.
Eine 2025 veröffentlichte Studie untersuchte Netzwerke von Influencern, die E-Zigaretten auf Instagram und TikTok präsentierten.
Für TikTok analysierten die Forschenden:
100 Influencer
sowie:
68.673 Nutzer, die deren E-Zigaretten-bezogene Beiträge kommentiert hatten.
Die untersuchten Beiträge beziehungsweise Interaktionen stammten aus den Jahren 2021 und 2022.
Dabei handelte es sich ausdrücklich nicht um eine zufällige Stichprobe aller TikTok-Nutzer, sondern um Netzwerke rund um Influencer und die Kommentierenden ihrer Beiträge.
Die Untersuchung zeigte, dass Influencer, die Vape-Inhalte zusätzlich mit Lifestyle-Themen wie Fitness, Fashion oder Gaming verbanden, innerhalb dieser Netzwerke zentralere Positionen einnehmen konnten als Profile, die sich fast ausschließlich mit E-Zigaretten beschäftigten.
Influencer-Marketing kann die Wahrnehmung beeinflussen
Eine weitere Untersuchung beschäftigte sich experimentell damit, wie Influencer-Inhalte die Wahrnehmung von E-Zigaretten beeinflussen können.
An der Studie nahmen 1.494 junge Erwachsene aus Kalifornien teil.
Das Durchschnittsalter betrug ungefähr:
23 Jahre.
Die Teilnehmenden sahen Instagram- und TikTok-Videos, in denen Influencer entweder E-Zigaretten zusammen mit gesundheitsbezogenen Lifestyle-Aktivitäten präsentierten oder lediglich die Lifestyle-Aktivitäten zeigten.
Bei der Gruppe mit E-Zigaretten-Inhalten fanden die Forschenden unter anderem:
- eine niedrigere wahrgenommene Schädlichkeit der E-Zigaretten,
- sowie bei Personen, die noch nie E-Zigaretten genutzt hatten, eine höhere berichtete Anfälligkeit für einen möglichen zukünftigen Konsum.
Allerdings handelt es sich dabei um junge Erwachsene aus Kalifornien.
Die Ergebnisse dürfen deshalb nicht automatisch auf deutsche Minderjährige übertragen werden.
Sind Vape-Videos auf TikTok erlaubt?
TikTok selbst hat Regeln für Tabak- und Nikotinprodukte.
Zu den Tabakprodukten zählen nach den Community Guidelines ausdrücklich unter anderem:
- Vaping-Produkte,
- E-Zigaretten,
- synthetische Nikotinprodukte
- und andere elektronische Nikotinabgabesysteme.
TikTok verbietet nach seinen aktuellen Regeln insbesondere die Vermarktung und den Handel mit Tabakprodukten.
Darüber hinaus gelten Einschränkungen für andere entsprechende Inhalte.
Beiträge, die Erwachsene beim Konsum von Tabakprodukten zeigen, werden nach den aktuellen Richtlinien auf Nutzer ab 18 Jahren beschränkt.
Inhalte, die Tabakprodukte bewerben, sind ebenfalls auf Erwachsene beschränkt und können für den For-You-Feed ausgeschlossen werden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass keinerlei Inhalte rund um Vaping auf TikTok vorhanden sein können. Beispielsweise können Informations-, Nachrichten-, Präventions- oder andere kontextbezogene Beiträge unterschiedlich bewertet werden.
Bezahlte TikTok-Werbung für Vapes ist nicht erlaubt
Von normalen Nutzerbeiträgen müssen bezahlte Werbeanzeigen unterschieden werden.
Nach den aktuellen TikTok-Werberichtlinien dürfen Anzeigeninhalte und Landingpages keine Tabak-, Nikotin- oder verwandten Produkte zeigen, bewerben oder verkaufen.
TikTok nennt dabei ausdrücklich unter anderem:
- E-Zigaretten,
- Vape Pens,
- Vape-Öle,
- Vape-Kartuschen,
- Nikotin
- und weitere entsprechende Produkte.
Deshalb wäre die Behauptung:
„TikTok erlaubt reguläre bezahlte Vape-Werbung“
falsch.
Problematischer können dagegen organische Beiträge oder Influencer-Inhalte sein, insbesondere wenn für Zuschauer nicht sofort erkennbar ist, ob ein kommerzieller Hintergrund besteht.
Plattformregeln verhindern nicht jeden problematischen Inhalt
Auch wenn eine Plattform bestimmte Inhalte verbietet oder beschränkt, bedeutet das nicht automatisch, dass jeder problematische Beitrag sofort erkannt wird.
Auf großen sozialen Netzwerken werden enorme Mengen neuer Inhalte veröffentlicht.
Dabei müssen Moderationssysteme beispielsweise unterscheiden zwischen:
- Nachrichten,
- Information,
- Prävention,
- persönlichen Erfahrungen,
- Unterhaltung,
- Produktdarstellungen,
- Werbung
- und unerlaubtem Handel.
Deshalb können Plattformregeln und die tatsächliche Sichtbarkeit einzelner Inhalte voneinander abweichen.
Mehr über Einschränkungen von Vape-Inhalten erklären wir in unserem Beitrag „Vape Social Media: Warum Inhalte oft eingeschränkt werden“.
TikTok Vapes: Werbung oder privater Content?
Nicht jedes Video, in dem eine E-Zigarette vorkommt, ist automatisch Werbung.
Für die Einordnung können beispielsweise folgende Fragen relevant sein:
- Hat der Creator Geld für den Beitrag erhalten?
- Wurde ein Produkt kostenlos zur Verfügung gestellt?
- Besteht eine Kooperation mit einer Marke?
- Wird ein Rabattcode genannt?
- Wird ein Shop verlinkt?
- Soll der Absatz eines Produkts gefördert werden?
- Hatte ein Hersteller Einfluss auf die Darstellung?
Ein privater Beitrag und eine kommerzielle Produktplatzierung sind deshalb nicht automatisch gleichzusetzen.
Außerdem gelten in Deutschland zusätzliche rechtliche Einschränkungen rund um E-Zigaretten-Werbung.
Mehr dazu erklären wir in unserem Beitrag „E-Zigaretten Jugendschutz 2026: Verkauf, Werbung und Alterskontrolle“.
TikTok Vapes und süße Aromen
Auch Aromen spielen in der Debatte über Jugend-Vaping eine wichtige Rolle.
Vapes werden unter anderem in Geschmacksrichtungen angeboten wie:
- Wassermelone,
- Beeren,
- Kirsche,
- Cola,
- Kaugummi,
- Pfirsich
- oder verschiedenen Ice-Varianten.
Solche Geschmacksrichtungen unterscheiden sich deutlich vom klassischen Tabakgeschmack.
Deshalb wird wissenschaftlich und politisch untersucht und diskutiert, welchen Einfluss Aromen auf die Attraktivität von E-Zigaretten für junge Menschen haben können.
Allerdings wäre auch hier die Aussage:
„Ein süßer Geschmack macht Jugendliche automatisch abhängig.“
zu pauschal.
Aromen können die Attraktivität und Wahrnehmung eines Produktes beeinflussen. Eine Nikotinabhängigkeit entsteht jedoch nicht allein durch einen bestimmten Geschmack.
Sind TikTok Vapes ein direkter Weg in die Nikotinsucht?
Der ursprüngliche VapeJournal-Artikel stellte diesen Zusammenhang sehr eindeutig dar.
Sinngemäß entstand der Eindruck:
TikTok-Vapes seien ein direkter Weg in die Nikotinabhängigkeit.
Diese Aussage geht über die aktuelle wissenschaftliche Evidenz hinaus.
Social-Media-Exposition steht in Studien mit E-Zigaretten-Konsum in Zusammenhang. Außerdem können Influencer-Darstellungen Wahrnehmung und Konsumbereitschaft beeinflussen.
Daraus folgt jedoch nicht:
TikTok-Video gesehen = Nikotinabhängigkeit.
Zwischen der Wahrnehmung eines Videos und einer möglichen späteren Abhängigkeit liegen zahlreiche weitere Faktoren.
Dazu gehören beispielsweise:
- tatsächliches Ausprobieren,
- Nikotingehalt,
- Konsumhäufigkeit,
- soziale Einflüsse,
- persönliche Risikofaktoren,
- Verfügbarkeit der Produkte
- und Dauer des Konsums.
Deshalb ist eine differenzierte Einordnung sachlich sinnvoller als eine möglichst dramatische Aussage.
Verkauf von Vapes an Minderjährige ist verboten
Unabhängig von Social Media ist die deutsche Rechtslage beim Verkauf eindeutig.
Nach §10 Jugendschutzgesetz dürfen Tabakwaren und andere nikotinhaltige Erzeugnisse Kindern und Jugendlichen weder angeboten noch an sie abgegeben werden.
Das gilt ebenfalls für den Versandhandel.
Besonders wichtig:
Die Regelungen gelten ausdrücklich auch für nikotinfreie elektronische Zigaretten und elektronische Shishas sowie deren Behältnisse.
Deshalb ist die Aussage:
„0mg-Vapes dürfen an Minderjährige verkauft werden“
falsch.
Warum Alterskontrollen wichtig bleiben
Social Media ist nur ein Teil der Jugendschutzfrage.
Selbst wenn Jugendliche Vape-Inhalte sehen, benötigen sie anschließend Zugang zu einem entsprechenden Produkt, um es tatsächlich konsumieren zu können.
Deshalb spielen Alterskontrollen eine zentrale Rolle.
Das betrifft unter anderem:
- Kioske,
- Tankstellen,
- Vape-Shops,
- Online-Shops,
- Automaten
- und andere Vertriebswege.
Daneben kann es eine private Weitergabe durch ältere Freunde oder Erwachsene geben.
Deshalb lässt sich Jugend-Vaping nicht allein über TikTok oder eine andere Plattform erklären oder verhindern.
Was Eltern bei TikTok Vapes beachten können
Anhand einzelner Social-Media-Videos lässt sich nicht feststellen, ob ein Jugendlicher tatsächlich dampft.
Auch Interesse an Vape-Inhalten bedeutet nicht automatisch, dass eine Person selbst E-Zigaretten konsumiert.
Sinnvoller ist deshalb eine sachliche Aufklärung über:
- Nikotin,
- Abhängigkeit,
- gesetzliche Altersgrenzen,
- Social-Media-Marketing,
- Influencer-Werbung,
- Inhaltsstoffe
- und gesundheitliche Risiken.
Dabei ist auch Medienkompetenz wichtig.
Ein Influencer, der ein Produkt positiv darstellt, ist nicht automatisch eine unabhängige wissenschaftliche Quelle.
Was Schulen tun können
Auch Schulen können Medienkompetenz und Suchtprävention miteinander verbinden.
In der bereits erwähnten Untersuchung mit 829 Schülerinnen und Schülern gaben lediglich:
41%
an, in der Schule Aufklärung über E-Zigaretten erhalten zu haben.
Dabei muss jedoch erneut berücksichtigt werden, dass die Untersuchung nur an drei Schulen in Norddeutschland stattfand.
Der Wert von 41% ist deshalb nicht repräsentativ für alle Schulen in Deutschland.
Dennoch zeigt das Ergebnis, warum schulische Prävention ein relevantes Thema ist.
Dabei kann Aufklärung beispielsweise folgende Fragen behandeln:
- Wie erkennt man Werbung?
- Warum zeigen Algorithmen bestimmte Inhalte?
- Was bedeutet 20mg/ml?
- Was ist Nikotin?
- Warum dürfen E-Zigaretten nicht an Minderjährige verkauft werden?
- Wie unterscheiden sich persönliche Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse?
So lassen sich Medienkompetenz und Gesundheitsaufklärung miteinander verbinden.
Was wir über TikTok Vapes wissen – und was nicht
| Aussage | Bewertung |
|---|---|
| Jugendliche in Deutschland nutzen E-Zigaretten | Ja |
| 2025 nutzten 7,3% der 12- bis 17-Jährigen Mehrweg-Vapes in den letzten 30 Tagen | Ja |
| 5,5% nutzten Einweg-Vapes in den letzten 30 Tagen | Ja |
| TikTok-Inhalte stehen in Studien mit Vape-Konsum in Zusammenhang | Ja |
| Die deutsche Untersuchung mit 829 Schülern ist repräsentativ für ganz Deutschland | Nein |
| TikTok ist nachweislich allein für Jugend-Vaping verantwortlich | Nein |
| Influencer-Inhalte können Wahrnehmungen von E-Zigaretten beeinflussen | Ja |
| Jeder Jugendliche, der Vape-Content sieht, wird abhängig | Nein |
| Nikotin besitzt Abhängigkeitspotenzial | Ja |
| Bezahlte TikTok-Anzeigen für Vapes sind regulär erlaubt | Nein |
| TikTok verbietet nach seinen Regeln Marketing und Handel mit Tabak- und Vape-Produkten | Ja |
| Verkauf von E-Zigaretten an Minderjährige ist in Deutschland verboten | Ja |
| Nikotinfreie E-Zigaretten dürfen an Minderjährige verkauft werden | Nein |
TikTok Vapes: Was die Forschung bisher zeigt
Die Forschung zeichnet ein deutlich differenzierteres Bild als viele alarmistische Aussagen über Social Media.
Einerseits gibt es Hinweise darauf, dass Vape-Inhalte auf sozialen Netzwerken mit dem E-Zigaretten-Konsum von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammenhängen.
Außerdem zeigen Untersuchungen, dass Influencer-Marketing die Wahrnehmung solcher Produkte beeinflussen kann.
Andererseits ist Social Media nur eine mögliche Einflussgröße unter mehreren.
Auch:
- Eltern,
- Freundeskreis,
- finanzielle Möglichkeiten,
- Produktverfügbarkeit,
- persönliche Einstellungen,
- Werbung außerhalb sozialer Netzwerke
- und bereits bestehender Konsum
können eine Rolle spielen.
Deshalb lässt sich Jugend-Vaping nicht auf einen einzelnen Algorithmus oder eine einzelne Plattform reduzieren.
Fazit: TikTok Vapes sind ein Jugendschutzthema – aber kein einfacher Ursache-Wirkungs-Fall
TikTok Vapes zeigen, wie eng Social Media, Lifestyle und E-Zigaretten miteinander verbunden sein können.
Aktuelle deutsche Daten bestätigen gleichzeitig, dass Vapes unter Jugendlichen relevant bleiben.
Im Jahr 2025 hatten 7,3% der 12- bis 17-Jährigen Mehrweg-E-Zigaretten und 5,5% Einweg-E-Zigaretten in den vergangenen 30 Tagen verwendet.
Forschung zeigt außerdem Zusammenhänge zwischen der Exposition gegenüber Vape-Inhalten auf TikTok beziehungsweise anderen sozialen Netzwerken und dem E-Zigaretten-Konsum Jugendlicher.
Daraus darf jedoch nicht die Behauptung entstehen, TikTok allein verursache Nikotinkonsum oder Nikotinabhängigkeit.
Social Media kann die Sichtbarkeit und Wahrnehmung von E-Zigaretten beeinflussen. Gleichzeitig wirken zahlreiche weitere persönliche und soziale Faktoren.
TikTok selbst verbietet nach seinen aktuellen Community Guidelines die Vermarktung und den Handel mit Tabak- beziehungsweise Vape-Produkten. Bestimmte Inhalte werden zudem auf Erwachsene beschränkt. Darüber hinaus verbieten die aktuellen Werberichtlinien bezahlte Anzeigen für E-Zigaretten, Nikotin und verwandte Produkte.
Für den Jugendschutz bleibt deshalb eine Kombination aus Alterskontrollen, Medienkompetenz, sachlicher Aufklärung, verantwortungsvoller Plattformmoderation und konsequenter Durchsetzung bestehender Regeln wichtig.
Statt TikTok-Vapes pauschal als „gefährlichsten Jugendtrend“ zu bezeichnen, lautet die sachlich bessere Einordnung:
Vape-Inhalte auf Social Media sind eine mögliche Einflussgröße und stehen in Studien mit dem E-Zigaretten-Konsum Jugendlicher in Zusammenhang. Wie stark sie den Konsum tatsächlich verursachen oder beeinflussen, lässt sich aus diesen Zusammenhängen allein jedoch nicht bestimmen.
Stand: September 2026
Bildquelle: Chatgpt.com

