Zigarettenschmuggel auf der A6: Großröntgen deckt 3.000 Stangen auf

Zigarettenschmuggel in großem Stil ist Zöllnern in der Oberpfalz ins Netz gegangen. Auf der A6 bei Wernberg Köblitz stoppten Kräfte der Kontrolleinheit Großröntgentechnik einen türkischen Lkw und ließen das komplette Fahrzeug durchleuchten. Der Verdacht bestätigte sich kurz danach per Handkontrolle: 3.000 Stangen unversteuerte Zigaretten, das sind 600.000 Stück, lagen in der Ladung, obwohl sie in den Papieren nicht auftauchten.

Zigarettenschmuggel: So flog die Ladung im Röntgen auf

Der Lkw war laut Hauptzollamt Regensburg in Fahrtrichtung Nürnberg unterwegs und wurde zur Kontrolle an die Dienststelle nach Wernberg Köblitz gebracht. Dort setzten die Beamten eine zolleigene Großröntgenanlage ein, die genau für solche Fälle gemacht ist: schnell prüfen, ohne alles abzuladen. Auf den Röntgenbildern fielen Unregelmäßigkeiten in der Ladung auf, es sah nach Ware aus, die nicht in den Frachtunterlagen stand.

Bei der anschließenden manuellen Kontrolle fanden die Zöllner in 60 Kartons die unversteuerten Zigaretten. Auffällig auch: Alle Packungen trugen türkische Steuerzeichen.

Großröntgentechnik beim Zoll: Warum das für Schmuggler ein Problem ist

Für viele Schmuggeltransporte war früher der Mix aus Zeitdruck und Masse ein Vorteil. Genau da setzt die Technik an. Großröntgen zeigt, ob eine Ladung „anders aussieht“, als es die Papiere behaupten. Der Zoll beschreibt solche Anlagen als Ergänzung zu stationären Systemen, mobil einsetzbar entlang wichtiger Verkehrsachsen. In Wernberg Köblitz ist eine dieser mobilen Anlagen im Einsatz.

Übersetzt heißt das: Wer auf der Autobahn fährt, fährt nicht mehr nur gegen Kontrollen an, sondern gegen Technik, die Abweichungen sehr schnell sichtbar macht.

Was der Fahrer sagte und was jetzt läuft

Einen Moment beschreibt Manfred Schneider, Leiter der Kontrolleinheit Großröntgentechnik Wernberg Köblitz, besonders deutlich. Als der Fahrer die Plombe entfernen sollte, sei er „förmlich resignierend in sich zusammengefallen“, habe auf den Boden gestarrt und Blickkontakt vermieden.

Der Zoll stellte Zigaretten und Lkw sicher. Gegen den Fahrer läuft ein Strafverfahren wegen Verdachts der Steuerhinterziehung. Der Steuerschaden liegt laut Mitteilung im sechsstelligen Bereich.

Die weiteren Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt München im Auftrag der Staatsanwaltschaft Regensburg.

Hintergrund: Warum der Fall erst später öffentlich wurde

Interessant ist auch der Hinweis zur Veröffentlichung: Der Zoll betont, dass der Fall aus ermittlungstaktischen Gründen erst jetzt kommuniziert wird.
Das ist in solchen Verfahren nicht unüblich, wenn weitere Spuren, Beteiligte oder Routen geprüft werden und man vermeiden will, dass sich Strukturen frühzeitig anpassen.

Einordnung

Der Fund zeigt zwei Dinge sehr klar: Erstens, Zigarettenschmuggel läuft längst nicht nur über versteckte Zwischenräume im Auto, sondern über professionell wirkende Ladungen im Lkw. Zweitens, die Kombination aus Großröntgentechnik und anschließender Handkontrolle macht es deutlich schwerer, „nicht deklarierte Ware“ einfach mitlaufen zu lassen. Wer auf Masse setzt, läuft hier in ein Risiko, das schnell strafrechtlich wird und finanziell richtig wehtut, vor allem wenn der Steuerschaden im sechsstelligen Bereich liegt.

Bildquelle: Zoll.de