Zoll entdeckt massenhaft illegale Vapes in NRW

NRW – Was als Trend begann, entwickelt sich immer mehr zur Bedrohung: Der Boom rund um E-Zigaretten befeuert einen rasant wachsenden Schwarzmarkt – mit gravierenden Folgen für Verbraucher, Staat und vor allem Jugendliche. Allein in den vergangenen Monaten haben Ermittler mehrfach zugeschlagen. Die Ergebnisse sind alarmierend: Hunderttausende illegale Vapes, massive Steuerschäden – und Produkte, die teilweise gesundheitsgefährdende Substanzen enthalten.

Mega-Fund in Neuss: Zoll entdeckt 650.000 illegale E-Zigaretten

Am 27. November 2024 gelang Zollfahndern aus Essen und Krefeld ein spektakulärer Schlag gegen ein kriminelles Netzwerk. In einer Lagerhalle in Neuss stießen sie auf eine gigantische Lieferung: 650.000 illegale Vapes, gelagert auf 212 Paletten.

Die Verstöße gegen das Gesetz sind deutlich:

  • Tankvolumen über dem erlaubten Limit von 2 Millilitern
  • Nikotinkonzentration bis zu 40-mal höher als gesetzlich zugelassen

Zwei Verdächtige wurden wegen Steuerhinterziehung festgenommen. Parallel stoppten Beamte einen polnischen Lkw mit weiteren knapp 30.000 illegalen Vapes. Laut Behörden liegt der Steuerschaden im Millionenbereich.

„Die sichergestellten Produkte sind nicht nur illegal, sondern potenziell lebensgefährlich“, so ein Sprecher des Zolls. „Solche Vapes gehören weder in den Handel noch in Kinderhände.“

Razzien in NRW: Vape-Shops im Visier der Ermittler

Im September 2024 war das Zollfahndungsamt Essen in mehreren Städten aktiv. In Vape-Shops und Lagerstätten wurden umfangreiche Durchsuchungen durchgeführt. Die Bilanz:

  • 400 Liter unversteuerter Liquids beschlagnahmt
  • Beweismaterial gesichert
  • Geschätzter Steuerschaden: 80.000 Euro

Ziel der Ermittlungen sind zwei Männer, die offenbar nicht versteuerte Produkte importiert und über Shops verkauft haben.

Vapes aus dem Kofferraum: Polizei stoppt Straßenverkauf mit THC & HHC

In Bad Hersfeld (Hessen) nahm die Polizei im März 2025 zwei Männer fest, die E-Zigaretten direkt aus dem Auto heraus verkauften.

Einige der sichergestellten Produkte enthielten THC und HHC, psychoaktive Substanzen mit potenziell schweren gesundheitlichen Folgen – besonders bei Jugendlichen. Bargeld, Mobiltelefone und weitere Vapes wurden ebenfalls beschlagnahmt.

Die Polizei warnt eindringlich: „Diese Produkte stammen häufig aus dem Ausland, enthalten teils verbotene Inhaltsstoffe und sind alles andere als sicher.“

Halbe Milliarde Euro Steuerschaden – jedes Jahr

Wie der Vape-Schwarzmarkt den Staat ausbremst

Laut dem Verband des eZigarettenhandels (VdeH) stammt mittlerweile ein Großteil der Einweg-Vapes in Deutschland vom Schwarzmarkt. Seit Einführung der Tabaksteuer für E-Zigaretten im Jahr 2022 boomt das illegale Geschäft – teils organisiert, oft unkontrolliert.

Die Folgen laut VdeH:

  • 500 Millionen Euro entgehen dem Staat jährlich
  • Illegale Produkte unterlaufen Sicherheitsstandards und Alterskontrollen
  • Besonders Jugendliche sind betroffen – sie greifen oft zu „günstigen“ Vapes ohne zu wissen, was sie inhalieren

VdeH schlägt Alarm: „Der illegale Handel gefährdet unsere Jugend!“

Der Verband des E-Zigarettenhandels fordert:

  • Verstärkte Kontrollen an Grenzen und Online-Plattformen
  • Höhere Strafen für Händler und Importeure
  • Breitere Aufklärungskampagnen zum Konsumrisiko

Illegale Vapes sind keine harmlose Alternative

Egal ob über dunkle Kanäle im Netz, versteckt in Shops oder offen auf der Straße verkauft: Illegale E-Zigaretten sind ein reales Risiko – für die Gesundheit, für die öffentliche Ordnung und für das Steuersystem.

Die jüngsten Erfolge von Zoll und Polizei zeigen: Der Staat ist wachsam. Doch der Schwarzmarkt bleibt agil. Ohne klare gesetzliche Rahmenbedingungen, digitale Nachverfolgung und echte Aufklärung wird es nicht gelingen, dieses Problem in den Griff zu bekommen

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