Zollkontrolle im Sonnenstudio: Illegale Ware sichergestellt

Zollkontrolle im Sonnenstudio in Niederkassel hat gleich mehrere Verdachtsmomente bestätigt. Bei einer gezielten Prüfung stellte der Zoll 60 illegale Potenzmittel sowie mehr als 700 unversteuerte Vapes und Zigaretten sicher. Zusätzlich rückte auch der Verdacht auf Schwarzarbeit in den Fokus der Ermittler.

Wie das Hauptzollamt Köln am 12. März 2026 mitteilte, ging der Maßnahme erneut ein anonymer Hinweis voraus. Demnach soll in dem Sonnenstudio nicht nur illegal gearbeitet worden sein. Nach Angaben der Behörde standen auch unversteuerte Zigaretten und Vapes im Raum, die gezielt an Kinder und Jugendliche verkauft worden sein sollen.

Anonymer Hinweis führte zur Zollkontrolle im Sonnenstudio

Nach Angaben des Hauptzollamts Köln war ein anonymer Hinweis Ausgangspunkt des Einsatzes. Dieser beschrieb illegale Machenschaften und Schwarzarbeit in dem Betrieb in Niederkassel. Daraufhin wurde das Sonnenstudio gezielt kontrolliert.

Pressesprecher Jens Ahland erklärte: „Ausgangspunkt unserer Kontrolle war wieder ein anonymer Hinweis, der illegale Machenschaften und Schwarzarbeit in dem Sonnenstudio beschrieb. Dort sollten gezielt unversteuerte Zigaretten sowie Vapes an Kinder und Jugendliche verkauft werden.“ Damit verdichtete sich bereits vor dem Einsatz der Verdacht, dass in dem Geschäft mehrere Rechtsverstöße zusammenkommen könnten.

Illegale Potenzmittel und unversteuerte Ware in Reisekoffer versteckt

Bei der Zollkontrolle im Sonnenstudio fanden die Einsatzkräfte insgesamt 60 illegale Potenzmittel sowie mehr als 700 unversteuerte Vapes und Zigaretten. Ein großer Teil der sichergestellten Ware war nach Angaben der Behörde in einem Reisekoffer im Nebenraum des Studios versteckt.

Jens Ahland sagte dazu: „Der Großteil der illegalen Potenzmittel sowie der unversteuerten Ware war diesmal in einem Reisekoffer im Nebenraum des Sonnenstudios versteckt.“ Noch vor Ort leitete der Zoll ein Ermittlungsverfahren ein. Die sichergestellten Potenzmittel, Zigaretten und Vapes sollen nach Abschluss des Verfahrens vernichtet werden.

Bereits im Vorjahr fiel das Sonnenstudio auf

Brisant ist auch, dass die Adresse den Ermittlern nicht unbekannt war. Bereits im Mai des vergangenen Jahres hatten Zöllnerinnen und Zöllner an gleicher Stelle vergleichbare Schmuggelware entdeckt. Damals fanden sie laut Behörde zudem eine Machete und zwei Schreckschusswaffen.

Die erneute Zollkontrolle im Sonnenstudio zeigt damit, dass der Betrieb schon zuvor im Zusammenhang mit illegalen Waren aufgefallen war. Der neue Fund dürfte die Ermittlungen daher zusätzlich verschärfen.

Gratis Sonnenstunden statt Mindestlohn

Neben den sichergestellten Waren prüfen die Behörden auch mögliche Verstöße im Bereich Schwarzarbeit. Hintergrund ist die Aussage einer 46 Jahre alten Frau, die laut Zoll hinter der Kasse angetroffen wurde.

Nach Angaben der Frau habe sie neben ihrem Sozialleistungsbezug seit mehreren Monaten als Aushilfe in dem Sonnenstudio gearbeitet. Einen regulären Lohn habe sie demnach nicht erhalten. Stattdessen habe sie die Sonnenbänke kostenlos nutzen dürfen.

Jens Ahland formulierte es so: „Gratis Sonnenstunden statt Mindestlohn, so kann man die Angaben einer hinter der Kasse angetroffenen Frau zusammenfassen. Die 46-Jährige gab an, neben ihrem Sozialleistungsbezug seit mehreren Monaten im Sonnenstudio als Aushilfe zu arbeiten. Als Lohn dürfe sie kostenlos die Sonnenbänke nutzen. Eine kuriose Konstellation, die natürlich weitere Ermittlungen unserer Finanzkontrolle Schwarzarbeit zur Folge hat.“

Schwarzarbeit rückt zusätzlich in den Fokus

Damit geht es bei der Zollkontrolle im Sonnenstudio nicht nur um illegale Potenzmittel und unversteuerte Tabakwaren. Auch arbeitsrechtliche und sozialrechtliche Fragen spielen nun eine Rolle. Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte der Fall für die Verantwortlichen weitere rechtliche Folgen haben.

Gerade die Kombination aus möglicher Schwarzarbeit, unversteuerter Ware und illegalen Produkten macht den Einsatz in Niederkassel besonders brisant. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls wird die Angaben nun weiter auswerten.

Ermittlungen in Niederkassel dauern an

Mit der Sicherstellung der Potenzmittel, Zigaretten und Vapes ist der Fall noch nicht abgeschlossen. Das eingeleitete Ermittlungsverfahren läuft, weitere Prüfungen schließen sich an.

Die Zollkontrolle im Sonnenstudio in Niederkassel macht deutlich, wie breit die Ermittlungen des Zolls angelegt sein können. Wenn sich Hinweise auf illegale Waren, Schwarzarbeit und mögliche Verstöße gegen Jugendschutz oder Steuerrecht verdichten, prüfen die Behörden gezielt und mit mehreren Blickrichtungen zugleich.

Bildquelle: zoll.de